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Kurz zusammengefasst: Am 8. Mai 2026 hat die US-Regierung die umfangreichste Freigabe von UFO-Akten in der Geschichte der Vereinigten Staaten gestartet. Zwei Tranchen wurden bisher veröffentlicht, die NSA hat separate Akten aus den tiefsten Geheimdienstarchiven freigegeben – und Tranche 3 steht unmittelbar bevor. Dieser Leitfaden erklärt alles: was PURSUE ist, was die Akten zeigen, was sie nicht beweisen und wie man sie nüchtern liest.
Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert, sobald neue Tranchen erscheinen. Zuletzt aktualisiert: 8. Juni 2026.
1. Was ist PURSUE – und wie kam es dazu?
Im Februar 2026 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Exekutivanordnung, die alle Bundesbehörden anwies, UFO- und UAP-bezogene Akten zu identifizieren und freizugeben. Das Programm heißt PURSUE – Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters – und koordiniert eine beispiellose Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungsministerium, dem Büro des Geheimdienstdirektors (ODNI), dem FBI, der NASA, der CIA und dem Energieministerium.
Alle freigegebenen Materialien sind öffentlich zugänglich unter war.gov/UFO – ohne Anmeldung, ohne Sicherheitsfreigabe, kostenlos. Seit dem Start am 8. Mai 2026 hat die Website über eine Milliarde Aufrufe verzeichnet – mehr als viele der meistbesuchten Nachrichtenwebseiten weltweit an einem typischen Tag.
Verteidigungsminister Pete Hegseth fasste den Ansatz so zusammen: „Diese Dateien, die hinter Klassifizierungen verborgen waren, haben seit Langem berechtigte Spekulation ausgelöst.“ Trump schrieb auf Truth Social, die Menschen könnten nun selbst entscheiden: „WAS ZUM TEUFEL IST HIER LOS? Viel Spaß und genießt es!“
UAP steht für Unidentified Anomalous Phenomena – der offizielle Nachfolgebegriff für UFO in der US-Regierungssprache. Er umfasst nicht nur Luftphänomene, sondern auch Unterwasserobjekte und Phänomene im Weltraum.
2. Tranche 1 (8. Mai): 162 Dateien, gemischte Reaktionen
Die erste Veröffentlichung umfasste 162 Dateien – 120 PDFs, 28 Videos und 14 Bilder – mit Dokumentation von über 400 UAP-Vorfällen, die von den späten 1940er-Jahren bis 2026 reichen. Die Materialien stammen aus mehreren Behörden:
FBI-Akten (1947–1968) dokumentieren frühe Sichtungen metallischer Kugeln, leuchtender Orbs und kreisförmiger Objekte über US-amerikanischem Territorium. Besonders auffällig: Mehrere Fälle beschreiben Objekte in der Nähe nuklearer Anlagen – ein Muster, das sich durch die gesamte UAP-Geschichte zieht.
Militärberichte aus aller Welt konzentrieren sich auf Hotspots wie den Nahen Osten (Irak, Syrien, Persischer Golf, Straße von Hormuz), Griechenland, Afrika und – historisch bedeutsam für deutsche Leser – Deutschland und die Sowjetunion während des Kalten Krieges. ABC News berichtete, dass ein erheblicher Anteil der historischen Sichtungen aus den 1950er und 1960er Jahren in der Nähe von US-Militärbasen in Westdeutschland dokumentiert wurde.
NASA-Transkripte von Apollo- und Gemini-Missionen enthalten Beschreibungen anomaler Lichter und Objekte, die Astronauten während Mondmissionen beobachteten – darunter ein Bericht von Buzz Aldrin über eine „beträchtliche“ helle Lichtquelle in der Nähe des Mondes.
Staatsdepartement-Telegramme von US-Botschaften weltweit (aus Tadschikistan, Kasachstan, Mexiko, Papua-Neuguinea u. a.) dokumentieren diplomatisch weitergeleitete UAP-Sichtungen bis in die 1980er Jahre.
Die öffentliche Reaktion war gespalten. Viele UAP-Enthusiasten zeigten sich enttäuscht über die Bildqualität – ein Großteil der Videoaufnahmen zeigt unscharfe Lichtpunkte. Einige Dateien enthielten computergenerierte Illustrationen, die für Verwirrung sorgten. Unabhängige Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass viele Fälle konventionelle Erklärungen haben könnten: Ballons, Sensorartefakte, optische Effekte. Das AARO betonte ausdrücklich: Die Beschreibungen in Militärmemos spiegeln die „subjektive Interpretation“ des Berichterstatters wider und sollten nicht als abschließender Befund gewertet werden.
3. NSA TOP SECRET UMBRA (18. Mai): Die geheimsten Dokumente
Zwischen Tranche 1 und Tranche 2 geschah etwas, das in der deutschen Berichterstattung weitgehend unterging: Am 18. Mai 2026 musste der US-Nachrichtendienst NSA 334 Seiten UAP-bezogener Akten freigeben, die früher mit dem Klassifizierungsvermerk TOP SECRET UMBRA versehen waren – einer der höchsten Geheimhaltungsstufen im gesamten US-Nachrichtendienst, historisch mit Fernmeldeaufklärung (SIGINT) verbunden.
Die Freigabe war keine freiwillige Entscheidung der NSA. Sie erfolgte nach einer gewonnenen Klage der Disclosure Foundation – einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf UAP-Transparenz und Rechtsklagen gegen Behörden spezialisiert hat. Die NSA hatte den ursprünglichen Antrag vollständig abgelehnt; erst nach rechtlichem Druck erkannte die eigene Widerspruchsbehörde der NSA an, dass die Ablehnung unzulässig gewesen war.
Die 334 Seiten sind größtenteils stark geschwärzt. Was lesbar ist, zeigt ein klares Muster: Wo das Phänomen eine konventionelle Erklärung zuließ, blieb der Kontext lesbar. Wo es keine befriedigende Erklärung gab, wurden die umgebenden Details entfernt. Die Disclosure Foundation kommentierte: Diese selektive Offenlegung sei selbst eine Form von Information.
Was die NSA-Dokumente definitiv belegen: Die US-Signalintelligenz hat UAP-Phänomene über Jahrzehnte in streng geheimen Kanälen geführt, klassifiziert und aktiv geschützt. Das bedeutet nicht, dass die Objekte außerirdisch sind – aber es bedeutet, dass sie als ernsthafte Sicherheitsangelegenheit behandelt wurden, nicht als Kuriositäten.
4. Tranche 2 (22. Mai): Die Videos, die alles veränderten
Wenn Tranche 1 viele enttäuschte, lieferte Tranche 2 das Gegenteil. Die Veröffentlichung vom 22. Mai umfasste 64 Dateien – 51 Infrarot- und Sensorvideos, 6 PDF-Dokumente und 7 NASA-Missionsaudioaufnahmen. Die Bildqualität war deutlich besser als in Tranche 1, und mehrere Clips erwiesen sich als schwer erklärbar, selbst für Analysten.
Die wichtigsten Inhalte aus Tranche 2:
F-16 schießt UAP über Lake Huron ab
Zum ersten Mal wurde das vollständige Video des Vorfalls vom Februar 2023 veröffentlicht, bei dem ein US-Kampfjet ein nicht identifiziertes Objekt über dem Lake Huron in Michigan abschoss. Das Objekt – nie abschließend identifiziert – befand sich im Sperrluftbereich. Das Video zeigt den Abschuss und das auseinanderfallende Objekt. NORAD hatte den Abschuss seinerzeit bestätigt, aber kein Bildmaterial veröffentlicht.
Kugelförmige Objekte nahe einem US-U-Boot
Ein Video aus dem Jahr 2022 – Ort geschwärzt – zeigt mehrere kugelförmige Objekte, die sich in unmittelbarer Nähe eines US-Marine-U-Boots ins Wasser bewegen und wieder auftauchen. Die Objekte bewegen sich in verschiedene Richtungen gleichzeitig und führen abrupte Richtungswechsel aus. Der Pentagon-Kommentar zum Clip: „Die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen schließen Ballons aus.“
Vier UAPs in Formation über dem Iran
Ein Video zeigt vier Objekte, die in geordneter Formation über dem iranischen Luftraum fliegen – ein Verhalten, das mit konventionellen Drohnen oder Ballons nicht erklärbar ist. Dieser Clip hat angesichts des laufenden US-Iran-Konflikts besondere strategische Relevanz.
Kugelförmiges UAP über offenem Wasser
Einer der klarsten Clips in beiden Tranchen: Ein kugelförmiges Objekt schwebt über offenem Wasser und zeigt eine rhythmische Pulsbewegung. Es gibt keine konventionelle aeronautische Erklärung für dieses Verhalten.
Bericht des Geheimdienstoffiziers: „Praktisch sprachlos“
Das aufsehenerregendste Dokument in Tranche 2 ist kein Video, sondern ein schriftlicher Bericht. Ein namentlich nicht genannter, hochrangiger US-Geheimdienstmitarbeiter im aktiven Dienst schildert eine Begegnung Ende 2025 während eines Hubschrauberflugs im Westen der USA. Seine Einheit untersuchte „dumpfe Schläge“ nahe eines Gebirges. Plötzlich tauchten orangefarbene kugelförmige Objekte auf – sie trennten sich, flogen in verschiedene Richtungen und verfolgten anschließend die herbeigerufenen Kampfjets: „Die Orbs überholten unsere Kampfjets, passten sich ihrer Geschwindigkeit und Flugbahn an.“ Der Offizier schloss: „Wir waren nach diesen Beobachtungen praktisch sprachlos.“
5. Tranche 3: Was als Nächstes kommt
Das Pentagon hat sich verpflichtet, Akten auf „fortlaufender Basis“ und „alle paar Wochen“ zu veröffentlichen. Tranche 1 erschien am 8. Mai, Tranche 2 am 22. Mai – nach diesem Rhythmus ist Tranche 3 Mitte bis Ende Juni 2026 zu erwarten. Stand 8. Juni 2026 ist sie noch nicht erschienen.
Quellen, die mit dem PURSUE-Programm vertraut sind, berichten, dass Tranche 3 sich auf USOs – Unidentified Submerged Objects, auf Deutsch: nicht identifizierte Unterwasserobjekte – konzentrieren soll. Tranche 2 hatte dieses Thema bereits mit dem U-Boot-Video und dem pulsierenden Objekt über Wasser angedeutet. Eine Akte mit dem Titel „UAP USO formation Wiley 2X Zinc“ – offenbar mit transmediumfähigen Objekten – soll für Tranche 3 zurückgehalten worden sein.
Möglicherweise werden auch weitere Dokumente des Energieministeriums veröffentlicht – darunter Material von PANTEX, einer wichtigen US-Atomwaffenanlage, wo UAP-Aktivitäten in der Nähe gesicherter Bereiche dokumentiert wurden. Das Muster von UAP-Sichtungen in der Nähe nuklearer Infrastruktur ist eines der konsistentesten Themen in der gesamten UAP-Forschung.
TodayWhy aktualisiert diesen Artikel unmittelbar nach Erscheinen von Tranche 3. Mehr zum Thema USO: What Are USOs? The Underwater UAP Mystery (Englisch).
6. Wo man die Akten findet und wie man sie liest
Alle PURSUE-Dokumente sind kostenlos zugänglich unter war.gov/UFO. Die NSA-FOIA-Produktion ist verfügbar unter disclosure.org. Beide Quellen erfordern keine Anmeldung.
Für eine gezielte Auswertung empfehlen sich folgende Suchbegriffe auf der war.gov-Seite:
Für historische Fälle: Dokument-IDs beginnen mit „DOW-UAP-D“ (PDF-Berichte) oder „DOW-UAP-PR“ (Videos). Die ersten Nummern (D001–D020) enthalten die historisch bedeutendsten Dokumente.
Für Videoaufnahmen: Die 51 Videos aus Tranche 2 sind direkt über die DVIDS-Plattform (dvidshub.net) zugänglich und einbettbar – alle als Public Domain klassifiziert.
Für die NSA-Dokumente: Die 334-seitige Produktion ist als einzelner PDF-Download bei der Disclosure Foundation verfügbar. Die leserlichsten Passagen befinden sich ab Seite 280, wo einige Vorfälle mit ungewöhnlichem Verhalten detaillierter beschrieben werden.
7. Was noch fehlt: Die Lücken im Aktenberg
Was nicht in den bisherigen Tranchen erschienen ist, ist mitunter genauso aufschlussreich wie das Veröffentlichte. Mehrere Kategorien von Dokumenten, die Kongress-Ausschüsse explizit angefordert haben, fehlen bislang vollständig:
AAWSAP-Technikalberichte. Das Advanced Aerospace Weapon System Applications Program – ein geheimes Pentagon-Forschungsprogramm von 2008 bis 2012 mit einem Budget von 22 Millionen US-Dollar – hat dutzende technische Berichte über UAP-Physik und Materialien erstellt. Keiner davon ist bisher erschienen.
Physikalische Bergungsmaterialien. Der ehemalige DIA-Offizier David Grusch sagte 2023 unter Eid vor dem Kongress aus, dass die US-Regierung physische Materialien von UAP-„Bergungen“ aufbewahrt. Kein einziges PURSUE-Dokument adressiert diese Aussage.
46 konkret angeforderte Videos. Die Abgeordnete Anna Paulina Luna (R-FL) hatte in einem Brief vom 31. März 2026 exakt 46 Videos angefordert. Das Pentagon bestätigte, dass es ein Frist versäumt hatte. Unklar ist, wie viele dieser Videos in Tranche 1 und 2 enthalten waren.
Abgeordneter Tim Burchett (R-TN) kommentierte nach Sichtung der Dokumente: „Das ist Deep State, wie er im Buche steht.“ Mit anderen Worten: Die Regierung veröffentliche nur, was sie für ungefährlich hält.
8. Nüchterne Einordnung: Was bewiesen ist – und was nicht
Was die Akten definitiv zeigen:
Erstens: Die US-Regierung hat UAP-Phänomene über mindestens sieben Jahrzehnte systematisch dokumentiert, klassifiziert und als ernsthafte Sicherheitsangelegenheit behandelt. Das ist historisch bedeutsam, unabhängig von der Frage nach der Natur der Phänomene.
Zweitens: Ein kleiner, aber konsistenter Anteil der Fälle konnte mit verfügbaren Daten nicht konventionell erklärt werden. „Ungeklärt“ bedeutet nicht „außerirdisch“ – aber es bedeutet auch nicht „erklärt“.
Drittens: Die NSA hat UAP-Informationen im höchsten Geheimhaltungsgrad geführt, was zeigt, dass die Phänomene intern als sicherheitsrelevant eingestuft wurden.
Was die Akten nicht belegen:
Das US-Verteidigungsministerium hat ausdrücklich festgestellt, dass keines der freigegebenen Materialien außerirdisches Leben oder außerirdische Technologie bestätigt. Die NASA-Forschungsgruppe zu UAP betont, dass die vorhandene Datenbasis für keine der weitreichenden Schlussfolgerungen ausreicht, die in manchen Medien gezogen werden.
Empfehlenswert ist der Ansatz, den das AARO offiziell vorschlägt: Jede Datei als ungelösten Fall behandeln. Fragen stellen. Konventionelle Erklärungen prüfen. Und wenn keine passt: die Unsicherheit aushalten, ohne voreilige Schlüsse zu ziehen.
TodayWhy verfolgt alle weiteren PURSUE-Veröffentlichungen laufend. Die vollständige englische Analyse aller Dokumente: Pentagon UFO Files: Complete 2026 UAP Disclosure Guide (Englisch).
9. Häufige Fragen
Was ist das PURSUE-Programm?
PURSUE – Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters – ist das behördenübergreifende US-Freigabeprogramm für UFO/UAP-Akten, gestartet im Februar 2026. Alle Dokumente unter war.gov/UFO.
Wie viele UFO-Akten wurden bisher veröffentlicht?
Stand 8. Juni 2026: Tranche 1 (162 Dateien, 400+ Vorfälle), Tranche 2 (64 Dateien, 51 Videos) und 334 NSA-Seiten (TOP SECRET UMBRA). Tranche 3 steht bevor.
Beweisen die UFO-Akten die Existenz außerirdischen Lebens?
Nein. Das Verteidigungsministerium hat dies ausdrücklich und wiederholt festgestellt. Die Akten dokumentieren ungelöste Fälle – nicht bestätigte Anomalien.
Was zeigen die bemerkenswertesten Videos?
F-16-Abschuss über Lake Huron, kugelförmige Objekte nahe einem US-U-Boot, vier UAPs in Formation über dem Iran, und der Bericht eines Geheimdienstoffiziers, der nach seinen Beobachtungen „praktisch sprachlos“ war.
Wann kommt Tranche 3?
Erwartet Mitte bis Ende Juni 2026. Schwerpunkt voraussichtlich auf USO-Unterwasserbegegnungen. TodayWhy aktualisiert diesen Artikel unmittelbar nach Erscheinen.
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