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Kurz zusammengefasst: Am 8. Mai 2026 hat die US-Regierung erstmals tausende UFO-Akten öffentlich freigegeben – und Deutschland taucht darin häufiger auf, als die meisten Menschen wissen. Die Dokumente reichen vom Zweiten Weltkrieg über die Hochphase des Kalten Krieges bis in die Gegenwart. Dieser Artikel erklärt, was die PURSUE-Akten konkret über Deutschland und den deutschsprachigen Raum enthalten, was historisch belegt ist – und was nicht.
1. Was ist PURSUE – und warum ist es historisch bedeutsam?
Im Februar 2026 hat US-Präsident Donald Trump per Exekutivanordnung angewiesen, alle bundesbehördlichen Akten zu UFOs, UAPs und außerirdischen Phänomenen zu identifizieren und freizugeben. Das Programm trägt das Akronym PURSUE – Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters – und wird gemeinsam vom Verteidigungsministerium, dem Büro des Direktors für Nationale Nachrichtendienste (ODNI), dem FBI, der NASA, der CIA und dem Energieministerium durchgeführt.
Alle freigegebenen Dokumente sind öffentlich zugänglich unter war.gov/UFO – ohne Sicherheitsfreigabe, ohne Anmeldung. Seit dem Start am 8. Mai 2026 hat die Website über eine Milliarde Aufrufe registriert. Es ist die umfangreichste staatliche UAP-Offenlegung in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Zwei Tranchen wurden bisher veröffentlicht: Tranche 1 (8. Mai 2026) mit 162 Dateien und über 400 Vorfällen, Tranche 2 (22. Mai 2026) mit 64 Dateien und 51 Infrarotvideos. Ergänzt wurde dies durch die Veröffentlichung von 334 Seiten NSA-Akten mit TOP SECRET UMBRA-Klassifizierung, die nach einem FOIA-Rechtsmittel der Disclosure Foundation freigegeben werden mussten.
Was viele nicht wissen: Deutschland taucht in diesen Akten an mehreren Stellen auf – historisch, geografisch und strategisch relevant. Das vollständige englische Übersichtswerk findet sich hier: Pentagon UFO Files: Complete 2026 UAP Disclosure Guide.
2. Der Schwarzwald 1944: Was das FBI wirklich dokumentiert hat
Unter den bemerkenswertesten deutschen Bezügen in den PURSUE-Akten sticht ein FBI-Dokument hervor, das seit Jahrzehnten unter Verschluss war. Darin dokumentiert das Bureau die Aussage eines Informanten namens Paul Peyerl, der behauptete, die Nationalsozialisten hätten im Jahr 1944 ein flugscheibenähnliches Gerät im Schwarzwald gebaut und getestet.
Das Dokument beschreibt ein kreisförmiges Fluggerät, das senkrecht starten und mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit manövrieren sollte – Eigenschaften, die in keiner bekannten deutschen Waffenentwicklung des Zweiten Weltkriegs dokumentiert sind. Das FBI nahm die Aussage ernst genug, um sie zu klassifizieren und in seine UAP-Aktensammlung aufzunehmen, die nun erstmals öffentlich zugänglich ist.
Historische Einordnung ist hier zwingend notwendig: Das NS-Regime investierte enorme Ressourcen in Wunderwaffenprogramme – V-1, V-2, Horten-Nurflügler, das Projekt Silbervogel. Bundesarchiv-Dokumente und internationale Militärgeschichte belegen, dass keines dieser Programme ein funktionsfähiges Fluggerät mit den beschriebenen Eigenschaften hervorgebracht hat. Die Peyerl-Aussage ist eine historische Quelle – keine verifizierten Tatsachen. Was sie jedoch belegt: Das FBI behandelte bereits in den 1940er-Jahren Berichte über unbekannte Luftfahrttechnologie als ernsthafte Geheimdienstangelegenheit.

Dies steht im Einklang mit einem größeren Muster: Unmittelbar nach Kriegsende spekulierten westliche Geheimdienste intensiv darüber, ob ungewöhnliche Sichtungen auf sowjetische Weiterentwicklungen erbeuteter deutscher Technologie zurückgehen könnten – insbesondere auf Raketentechnologie aus Peenemünde.
3. Foo-Fighter über deutschem Territorium: SHAEF-Meldungen aus dem Krieg
Die frühesten Deutschland-Bezüge in den PURSUE-Akten stammen aus den Jahren 1944 und 1945. Die Dokumente enthalten SHAEF-Meldungen (Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force) über sogenannte Foo-Fighter – ein Begriff, den alliierte Piloten für unbekannte Leuchterscheinungen und Objekte verwendeten, die ihre Bomber und Jagdflugzeuge über deutschem Territorium begleiteten.
Die SHAEF-Dokumente beschreiben leuchtende, manövrierfähige Objekte, die Jagdflugzeugen folgten, ohne anzugreifen, und sich dann mit unerklärlicher Geschwindigkeit entfernten. Sowohl alliierte als auch deutsche Piloten meldeten diese Phänomene unabhängig voneinander – ein Umstand, der die einfachste Erklärung (feindliche Waffe) erheblich erschwert. Wenn beide Seiten dasselbe sahen und keine Seite wusste, was es war, war es wahrscheinlich keine Waffe einer der beteiligten Mächte.
Die militärische Reaktion auf Foo-Fighter war bemerkenswert nüchtern: SHAEF dokumentierte die Meldungen sorgfältig, klassifizierte sie und leitete sie an Nachrichtendienstanalysten weiter. Exakt dieser Umgang – ernsthafte Dokumentation ohne öffentliche Bestätigung – ist das Muster, das sich durch die gesamten PURSUE-Akten zieht: von den 1940ern bis 2026.
4. Kalter Krieg: Deutschland als UAP-Hotspot in US-Militärakten
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Westdeutschland zum militärisch am dichtesten besetzten Territorium der westlichen Welt. US-Stützpunkte wie Ramstein, Spangdahlem, Grafenwöhr, Baumholder und Heidelberg bildeten das Rückgrat der NATO-Verteidigung in Mitteleuropa. Zusammen mit britischen und französischen Streitkräften überwachte die US-Luftwaffe täglich den deutschen Luftraum – mit damals modernster Radar- und Aufklärungstechnologie.
Die Konsequenz: Jedes unbekannte Objekt, das in diesem Luftraum auftauchte, wurde sofort von mehreren Systemen erfasst und gemeldet. Die PURSUE-Akten belegen, dass Deutschland und die angrenzenden Regionen in den 1950er und 1960er Jahren zu den geografischen Schwerpunkten in den US-UAP-Aufzeichnungen gehörten. ABC News, das die Dokumente ausgewertet hat, berichtet, dass ein erheblicher Anteil der historischen Sichtungen aus den 1950er und 1960er Jahren auf Kalter-Krieg-Hotspots wie Deutschland konzentriert ist.
Drei mögliche Erklärungen wurden damals und werden bis heute diskutiert:
Sowjetische Aufklärungstechnologie. Die unmittelbarste Erklärung: Unbekannte Objekte über Westdeutschland könnten sowjetische Aufklärungsflugzeuge oder frühe Drohnenprototypen gewesen sein, deren Technologie die westlichen Geheimdienste noch nicht kannten. Diese Erklärung bleibt für viele Fälle plausibel.
Sensor-Bias. Wo die dichteste Überwachungsinfrastruktur steht, werden auch die meisten Anomalien registriert. Deutschland war damals das meistüberwachte Stück Luftraum der Welt. Es ist wahrscheinlich, dass viele Sichtungen existierten, die anderswo – mangels Radar oder Berichtsprotokollen – einfach nicht dokumentiert wurden.
Echte Anomalien. Ein kleinerer Teil der Dokumente beschreibt Objekte mit Flugeigenschaften, die weder mit sowjetischer noch mit westlicher Technologie der jeweiligen Zeit erklärt werden können: Geschwindigkeiten, Manöver, plötzliches Erscheinen und Verschwinden. Für diese Fälle bleibt das Aktenzeichen in PURSUE offen.
5. Warum so viele Sichtungen in der Nähe von US-Stützpunkten?
Eines der konsistentesten Muster in den PURSUE-Akten – und es gilt weltweit, nicht nur für Deutschland – ist die geografische Konzentration von UAP-Sichtungen in der Nähe von Militärbasen und nuklearen Einrichtungen.
Dieses Muster hat zwei konkurrierende Erklärungen, die beide gleichzeitig wahr sein können:
Erstens, das Überwachungsargument: Militärische Einrichtungen verfügen über die empfindlichsten Radar-, Infrarot- und Optikssysteme der Welt. Wo die Detektionstechnik am besten ist, werden auch die meisten Anomalien gefunden. Eine ungewöhnliche Drohne über einem abgelegenen deutschen Dorf bleibt unbemerkt. Dieselbe Drohne über dem Luftraum von Ramstein wird sofort von mehreren Systemen erfasst, gemeldet und klassifiziert.
Zweitens, das strategische Interesse-Argument: Wenn irgendeine fortgeschrittene Technologie – egal ob irdischer oder anderer Herkunft – gezielt militärische Aktivität beobachten würde, wären US-Stützpunkte in Deutschland die logischsten Ziele. Diese Hypothese kann weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
Was feststeht: AARO, das US-Büro zur Untersuchung von UAPs, hat in seinen Berichten an den Kongress wiederholt auf die geografische Konzentration von Sichtungen um militärische Standorte hingewiesen – als ein Muster, das weitere Untersuchung rechtfertigt.
6. Deutschland und UAP heute: Was die GEP meldet
Die historische Dimension der PURSUE-Akten ist bedeutsam – aber UAP-Phänomene über Deutschland sind keine rein historische Angelegenheit.
Die Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP), 1972 gegründet und seit 2022 assoziiertes Mitglied des Interdisziplinären Forschungszentrums für Extraterrestrik (IFEX) der Universität Würzburg, dokumentiert und untersucht UAP-Sichtungen in Deutschland wissenschaftlich. Die Organisation gehört zu den ältesten und seriösesten Forschungsstellen für UAP in Europa.
Im Jahr 2024 verzeichnete die GEP Rekordmeldungen. Als Gründe für den Anstieg werden angeführt: die zunehmende Verbreitung von Smartphones mit guter Kameratechnik, das gestiegene gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema durch US-Kongressanhörungen und Medienberichterstattung sowie eine wachsende Bereitschaft, Sichtungen zu melden, ohne sozialen Spott zu befürchten.
Gleichzeitig betont die GEP, was auch das US-Verteidigungsministerium kontinuierlich unterstreicht: Die überwiegende Mehrheit der gemeldeten Sichtungen hat konventionelle Erklärungen – Drohnen, Satelliten (insbesondere die Starlink-Konstellation), Wetterphänomene, Lichtreflexionen. Was übrig bleibt, ist eine kleine, schwer erklärliche Minderheit von Fällen – und genau diese Minderheit ist es, die wissenschaftlich ernst zu nehmen ist.
7. Europa schließt auf: Frankreich, ESA und die UAP-Frage
Die Veröffentlichung der PURSUE-Akten hat nicht nur in den USA, sondern auch in Europa eine Debatte ausgelöst, die sich deutlich von früheren Diskussionen unterscheidet: Sie findet zunehmend in wissenschaftlichen und staatlichen Institutionen statt, nicht nur in der UAP-Forschungsgemeinschaft.
Frankreich – historisch das europäische Land mit dem ernsthaftesten institutionellen Ansatz zum UAP-Thema – geht einen Schritt weiter: Am 29. Juni 2026 wird die französische Nationalversammlung eine UAP-Konferenz ausrichten, unterstützt vom nationalen Raumfahrtzentrum CNES und der Forschungsgruppe GEIPAN, die seit 1977 offiziell UAP-Berichte in Frankreich sammelt und auswertet. Es ist das erste Mal, dass eine UAP-Konferenz auf parlamentarischer Ebene mit direkter Beteiligung einer nationalen Raumfahrtagentur stattfindet.
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat das Thema bislang nicht offiziell aufgegriffen – aber angesichts der Entwicklungen in den USA und Frankreich wächst der Druck auf europäische Institutionen, eine gemeinsame Haltung zu formulieren. Für Deutschland, als größte Volkswirtschaft Europas und wichtigster NASA-Partner auf dem Kontinent, wäre eine aktive Positionierung naheliegend.
8. Nüchterne Einordnung: Was die Akten beweisen – und was nicht
Angesichts der medialen Aufregung um die PURSUE-Veröffentlichungen ist eine nüchterne Einordnung wichtig – gerade für ein deutsches Publikum, das zu Recht hohe Ansprüche an wissenschaftliche Belastbarkeit stellt.
Was die Akten definitiv belegen:
Erstens, dass die US-Geheimdienste UAP-Phänomene über deutschem Territorium und in dessen Nähe über Jahrzehnte systematisch dokumentiert und klassifiziert haben – von 1944 bis heute. Das allein ist eine wichtige historische Tatsache.
Zweitens, dass ein kleiner, aber konsistenter Anteil dieser Fälle mit den verfügbaren Daten nicht konventionell erklärt werden konnte. „Ungeklärt“ bedeutet nicht „außerirdisch“ – aber es bedeutet auch nicht „erklärt“.
Drittens, dass das US-Signalgeheimdienstsystem NSA UAP-Informationen über Jahrzehnte im höchsten Geheimhaltungsgrad TOP SECRET UMBRA geführt hat – was zeigt, dass die Phänomene intern als sicherheitsrelevant eingestuft wurden.
Was die Akten nicht belegen:
Die Akten bestätigen weder außerirdisches Leben noch außerirdische Technologie. Das US-Verteidigungsministerium hat dies explizit und wiederholt klargestellt. Die freigegebenen Dokumente sind „ungelöste Fälle“ – nicht „bestätigte Anomalien“. Die NASA-Forschungsgruppe zu UAP betont, dass die vorhandene Datenbasis für keine der weitreichenden Schlussfolgerungen ausreicht, die in manchen Medien gezogen werden.
Für Deutschland gilt dasselbe, was für alle Länder gilt, die in den PURSUE-Akten auftauchen: Das Interessante ist nicht das Außergewöhnliche, das behauptet wird – sondern die Tatsache, dass eine der mächtigsten Geheimdienst-Institutionen der Welt diese Phänomene über Jahrzehnte als ernsthaftes Sicherheitsthema behandelt hat, ohne jemals eine öffentliche Erklärung liefern zu können.
TodayWhy verfolgt die weiteren PURSUE-Veröffentlichungen laufend. Die vollständige englische Analyse aller Dokumente: Pentagon UFO Files: Complete 2026 UAP Disclosure Guide.
9. Häufige Fragen
Was sind die Pentagon-UFO-Akten (PURSUE)?
PURSUE – Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters – ist ein behördenübergreifendes US-Geheimdienstprogramm, das auf Anordnung von Präsident Trump im Februar 2026 gestartet wurde. Alle freigegebenen Dokumente sind öffentlich zugänglich unter war.gov/UFO, ohne Sicherheitsfreigabe.
Warum taucht Deutschland in den US-UFO-Akten auf?
Aus drei Gründen: FBI-Dokumente enthalten Hinweise auf ein angebliches Nazi-Fluggerät im Schwarzwald (1944); Deutschland war während des Kalten Krieges eines der meistüberwachten US-Militärgebiete in Europa, weshalb dort viele historische Sichtungen dokumentiert wurden; und Deutschland gehört heute zu den europäischen Ländern mit den meisten gemeldeten UAP-Sichtungen.
Was ist mit dem Nazi-UFO im Schwarzwald?
FBI-Dokumente enthalten die Zeugenaussage eines Informanten namens Paul Peyerl, der behauptete, die Nazis hätten 1944 ein flugscheibenähnliches Gerät im Schwarzwald gebaut. Das FBI dokumentierte die Aussage, hat sie aber nie bestätigt. Historiker sehen keinen Beleg für die Existenz eines solchen Geräts.
Was sind Foo-Fighter?
Foo-Fighter ist der Begriff alliierter Piloten im Zweiten Weltkrieg für unbekannte Leuchterscheinungen und Objekte über deutschem Territorium. SHAEF-Meldungen aus 1944–1945 in den PURSUE-Akten dokumentieren diese Phänomene offiziell. Sowohl alliierte als auch deutsche Piloten meldeten sie unabhängig voneinander.
Gibt es aktuelle UAP-Sichtungen in Deutschland?
Ja. Die Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP) dokumentiert wissenschaftlich UAP-Meldungen in Deutschland und verzeichnete 2024 Rekordwerte. Die Mehrheit hat konventionelle Erklärungen – eine kleine Minderheit bleibt wissenschaftlich ungeklärt.
Was plant Frankreich mit seiner UAP-Konferenz?
Am 29. Juni 2026 richtet die französische Nationalversammlung eine UAP-Konferenz aus, unterstützt von CNES (nationale Raumfahrtagentur) und GEIPAN (staatliche UAP-Forschungsgruppe seit 1977). Es ist die erste derartige Konferenz auf parlamentarischer Ebene in Europa.
Weiterführende Artikel – Why UFO:
- Pentagon UFO Files: Complete 2026 UAP Disclosure Guide — Vollständige Analyse aller bisher freigegebenen Dokumente (Englisch).
- Pentagon UFO Files Tranche 3: What’s Coming Next? — Was die nächste Veröffentlichung enthalten soll (Englisch).
- NSA Top Secret UMBRA UAP Records — Die geheimsten Dokumente, die bisher freigegeben wurden (Englisch).
- What Are USOs? The Underwater UAP Mystery — Unbekannte Objekte unter Wasser: Was die Marine dokumentiert hat (Englisch).