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Johann Lafer steht wieder am Herd – mitten in der Chemotherapie. Der bekannteste Fernsehkoch im deutschsprachigen Raum kämpft seit Anfang des Jahres gegen Lymphdrüsenkrebs, hat dabei seinen markanten Oberlippenbart verloren und deutlich abgenommen. Warum spricht Johann Lafer jetzt so offen über seine Erkrankung, warum arbeitet er trotz Chemotherapie weiter, und warum macht ihm seine Vergangenheit die Sache zusätzlich schwer? Hier die Antworten.
Woran erkrankte Johann Lafer, und wie geht es ihm jetzt?
Ende Mai 2026 machte Lafer seine Krebserkrankung öffentlich, die Diagnose Lymphdrüsenkrebs hatte er nach eigenen Angaben bereits im Januar erhalten. Zunächst versuchte er es mit gesunder Ernährung, alternativen Heilmethoden und einem bewussten Lebensstil – ein Ansatz, den viele Krebspatienten zunächst wählen, bevor sie sich für eine konventionelle Behandlung entscheiden. Als das nicht den gewünschten Erfolg brachte, entschied er sich im Januar 2026 für eine Chemotherapie – eine Behandlung, die ihm nach eigenen Worten sehr zusetzte und die er als körperlich wie emotional fordernd beschrieb.
Bei der Media Night im Rahmen der Reit-Weltmeisterschaften in Aachen zeigte sich der 68-Jährige im August erstmals wieder öffentlich und sprach im RTL-Interview über die vergangenen Monate. Sein Fazit fiel positiv aus: „Es geht weiter aufwärts!“, wie t-online berichtete. Es gehe ihm inzwischen wesentlich besser, auch wenn die Therapie ihn sichtlich gezeichnet hat – am auffälligsten der Verlust seines jahrzehntelangen Markenzeichens, des Oberlippenbarts.
Warum arbeitet Lafer trotz Chemotherapie weiter?
Bei der Veranstaltung in Aachen stand Lafer selbst am Herd und kümmerte sich um das Catering für die Gäste – ein bewusster Schritt zurück ins gewohnte Umfeld, nicht nur symbolisch. Warum er sich diese Belastung trotz laufender Behandlung zumutet, hat mehrere Ebenen. Zum einen beschreibt er die Arbeit selbst als Kraftquelle: Menschen bewirten zu dürfen, tue ihm persönlich gut, sagte er dem WDR. Zum anderen steckt hinter dem Weiterarbeiten aber auch ein handfester finanzieller Hintergrund, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu kurz kommt.
Warum macht die Krankheit ihm finanziell zusätzlich zu schaffen?
2014 zeigte eine ehemalige Haushälterin Lafer an, was umfassende Ermittlungen auslöste. 2016 wurde er rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung verurteilt – eine einjährige Bewährungsstrafe und eine hohe Geldstrafe waren die Folge, der Imageschaden erheblich. In einem separaten Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sprach Lafer offen darüber, wie sehr ihn diese Zeit bis heute finanziell belastet: „Ich bin noch mittendrin“, beschrieb er seine Situation gegenüber dem Schweizer Portal Blick.
Genau diese Gleichzeitigkeit macht die aktuelle Situation nach eigener Aussage besonders schwer: Die finanzielle Aufarbeitung des Steuerskandals ist demnach noch nicht abgeschlossen, während gleichzeitig die Krebsbehandlung läuft. Ob seine Schulden bereits vollständig abbezahlt seien, ließ er in dem Interview offen, betonte aber, er wolle vor allem Frieden für seine Familie schaffen. Diese doppelte Belastung – gesundheitlich und finanziell – dürfte mit erklären, warum ein schwer erkrankter 68-Jähriger sich öffentliche Auftritte wie in Aachen weiterhin zumutet, statt sich vollständig zurückzuziehen.
Warum ist er überhaupt so bekannt geworden?
Der gebürtige Österreicher kam nach seiner Kochausbildung über Berlin, Hamburg und München schließlich ins rheinland-pfälzische Guldental, wo er 1983 Küchenchef im Gourmetrestaurant „Le Val d’Or“ wurde. 1990 heiratete er die Restaurantbesitzerin Silvia Buchholz. Bekannt wurde er vor allem durch seine eigene Kochsendung sowie als langjähriger, regelmäßiger Gast bei Markus Lanz, wo er live vor Publikum kochte. 1997 wurde er von „Gault Millau“ zum „Koch des Jahres“ gekürt, 2006 erhielt sein Restaurant einen Michelin-Stern.
Über die Jahrzehnte baute er sich damit einen Ruf als eine Art Gourmet-Entertainer auf – jemand, der komplexe Patisserie-Techniken ebenso beherrschte wie den lockeren Umgang vor laufender Kamera. Seine Stärke lag von Beginn an bei Süßspeisen: Bereits 1980, noch vor seiner Zeit im Val d’Or, wurde er zum „besten Patissier Deutschlands“ gewählt. Diese Kombination aus Küchenhandwerk und Fernsehpräsenz machte ihn über Jahrzehnte zu einer festen Größe im deutschen Unterhaltungsfernsehen, weit über die eigentliche Kochsendung hinaus.
Wie reagiert die Öffentlichkeit auf sein offenes Auftreten?
Der Auftritt in Aachen fällt in eine Zeit, in der auffällig viele prominente Persönlichkeiten öffentlich über schwere Erkrankungen sprechen – von Königin Camilla, die erstmals offen über die Krebserkrankung von König Charles III. berichtete, bis zu anderen Fernsehgesichtern, die zuletzt gesundheitliche Rückschläge öffentlich machten. Beobachter werten diese Offenheit zunehmend als bewussten Bruch mit der früher üblichen Zurückhaltung von Prominenten bei Krankheiten. Für das Publikum wirkt gerade die Kombination aus sichtbaren Spuren der Behandlung – dem fehlenden Bart, dem veränderten Erscheinungsbild – und einem gleichzeitig aktiven Auftreten am Herd besonders eindringlich, weil sie Krankheit und Alltag nicht getrennt, sondern nebeneinander zeigt.
Auch bei anderen bekannten Gesichtern aus Deutschland zeigte sich zuletzt, wie unterschiedlich Fans auf Nachrichten über Krankheit oder Tod reagieren können – etwa nach dem plötzlichen Tod des langjährigen „Tatort“-Kommissars Andreas Hoppe, dessen Ableben erst Tage später öffentlich bekannt wurde und bei dem sich viele Zuschauer ähnliche Fragen zu Ursache und Umständen stellten.
Was plant Johann Lafer als Nächstes?
Beruflich richtet er den Blick nach vorn, zunächst plant er jedoch einen längeren Urlaub mit seiner Familie, um Kraft zu sammeln. Öffentliche Auftritte wie der in Aachen bleiben nach seinen eigenen Worten wichtig für ihn – nicht zuletzt, weil sie ihm nach eigener Aussage persönlich guttun.
Häufig gestellte Fragen
An welcher Krebsart leidet Johann Lafer?
Er ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Die Diagnose erhielt er nach eigenen Angaben im Januar 2026, öffentlich machte er sie Ende Mai desselben Jahres.
Warum hat Johann Lafer seinen Schnurrbart verloren?
Sein markanter Oberlippenbart fiel als Nebenwirkung der Chemotherapie aus, die er seit Januar 2026 erhält.
Wie geht es Johann Lafer aktuell?
Nach eigenen Angaben im August 2026 geht es ihm wesentlich besser als zuvor, auch wenn die Behandlung ihn stark gefordert habe.
Warum spricht Johann Lafer über seine Steuerhinterziehung?
Er wurde 2016 wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig verurteilt, nachdem eine ehemalige Haushälterin ihn 2014 angezeigt hatte. Die finanziellen Folgen belasten ihn nach eigener Aussage bis heute, parallel zu seiner Krebserkrankung.
Arbeitet Johann Lafer noch als Koch?
Ja. Trotz laufender Chemotherapie trat er zuletzt bei einem Event in Aachen selbst wieder ans Kochfeld und plant, seine berufliche Tätigkeit fortzusetzen.
Womit wurde Johann Lafer berühmt?
Vor allem durch seine eigene Kochsendung und als langjähriger Kochpartner in der Talkshow von Markus Lanz sowie durch sein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant „Le Val d’Or“ in Guldental.
Wie unterscheidet sich sein Umgang mit der Erkrankung von anderen Fällen?
Auffällig ist vor allem die Kombination aus öffentlicher Verletzlichkeit und gleichzeitigem Weiterarbeiten – er verbirgt weder die sichtbaren Folgen der Chemotherapie noch zieht er sich komplett aus dem Berufsleben zurück, was ihn von einem rein defensiven Umgang mit der Diagnose unterscheidet.