Pfingsten in Deutschland – was Pfingsten wirklich bedeutet

Last Updated on 2 Tagen ago by TodayWhy Editorial

Pfingsten ist nach Weihnachten und Ostern das dritte große Fest des christlichen Kirchenjahres – und gleichzeitig das, dessen Bedeutung die wenigsten kennen. Fragt man Menschen auf der Straße, was an Pfingsten gefeiert wird, gibt es meist fragende Gesichter. Dabei steckt hinter diesem Feiertag einer der folgenreichsten Momente der Weltgeschichte: der mutmaßliche Geburtstag der christlichen Kirche.

TodayWhy erklärt, was Pfingsten wirklich ist – jenseits des langen Wochenendes. Wann fällt Pfingsten 2026? Warum ist der Pfingstmontag ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag, obwohl der Pfingstsonntag es (fast überall) nicht ist? Und welche Bräuche leben in Deutschland bis heute fort?

Alle Feiertage in Deutschland 2026 – Der vollständige Überblick


Was ist Pfingsten? Die Bedeutung in einem Satz

Pfingsten erinnert an die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger Jesu – ein Ereignis, das in der Apostelgeschichte des Neuen Testaments beschrieben wird und das die christliche Kirche als ihren eigenen Geburtstag betrachtet.

Das klingt abstrakt. Es ist es auch. Und genau deshalb versteht Pfingsten die wenigsten – obwohl so gut wie alle den Feiertag genießen.

Pfingsten in Dresden 2026
Pfingsten in Dresden 2026

Der Ursprung: Was laut Bibel an Pfingsten geschah

Um zu verstehen, warum Pfingsten existiert, muss man kurz in das Jerusalem des ersten Jahrhunderts reisen.

Fünfzig Tage nach Ostern – nach der Auferstehung Jesu und zehn Tage nach Christi Himmelfahrt – waren die Jünger Jesu in Jerusalem versammelt. Es war das jüdische Erntedankfest Schawuot, eines der drei großen Pilgerfeste des Judentums. Die Stadt war voll mit Menschen aus allen Teilen der bekannten Welt.

Was dann geschah, beschreibt die Apostelgeschichte (Kapitel 2) so: Ein gewaltiges Rauschen erfüllte das Haus. Und es erschienen „Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden.“ (Apg 2,3-4)

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Die Menschen draußen auf den Straßen strömten zum Haus. Sie stammten aus Ägypten, Mesopotamien, Kleinasien, Rom – und jeder hörte die Jünger in seiner eigenen Muttersprache. Das ist das sogenannte Pfingstwunder: die plötzliche Fähigkeit, über alle Sprachgrenzen hinweg verstanden zu werden.

Petrus trat vor die Menge und hielt die erste christliche Predigt. Dreitausend Menschen ließen sich daraufhin taufen. Aus dem kleinen Kreis der Jünger wurde an diesem Tag eine Gemeinschaft – und aus dieser Gemeinschaft entstand die Kirche.

petrus

Deshalb gilt Pfingsten als Geburtstag der Kirche. Nicht als metaphorischer Ausdruck, sondern als theologische Aussage: Erst durch das Pfingstwunder begann die öffentliche Mission. Erst jetzt traten die Jünger als christliche Gemeinde nach außen auf.


Der Name: Woher kommt das Wort „Pfingsten“?

Das Wort geht auf das griechische „Pentekoste“ zurück – was schlicht „der Fünfzigste“ bedeutet. Gemeint ist: der fünfzigste Tag nach Ostern.

Das Wort Pfingsten leitet sich von „Pentekoste“, dem griechischen Begriff für „fünfzig“, ab. Das ist keine symbolische Zahl, sondern eine rechnerische: Pfingsten wird exakt 50 Tage nach dem Ostersonntag begangen – sieben Wochen plus einen Tag.

Gleichzeitig verweist die Zahl auf das jüdische Vorbild: Das Erntedankfest Schawuot fällt ebenfalls 50 Tage nach dem Pessachfest. Wie für das Osterfest gibt es auch für Pfingsten eine Entsprechung im jüdischen Festkalender: 50 Tage nach Pessah wird Schawuot gefeiert, das jüdische Erntedankfest, das auch an die Gabe der Zehn Gebote erinnert. Das Pfingstereignis fand also nicht zufällig an diesem Tag statt – die Jünger waren in Jerusalem, weil alle frommen Juden zu Schawuot in die Stadt pilgerten.


Wann ist Pfingsten 2026 – und warum wechselt das Datum jedes Jahr?

Pfingsten ist ein sogenannter beweglicher Feiertag – er hat kein festes Datum im Kalender, sondern wird jedes Jahr neu berechnet. Die Formel ist einfach:

Pfingstsonntag = Ostersonntag + 49 Tage Pfingstmontag = Ostersonntag + 50 Tage

Da Ostern selbst ein beweglicher Feiertag ist (berechnet nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang), ergibt sich eine Kette: Ostern bestimmt Christi Himmelfahrt (+ 39 Tage), und Christi Himmelfahrt bestimmt Pfingsten (+ 10 Tage).

Die Regel ist simpel: Pfingsten kommt 50 Tage nach Ostern. Weil Ostern 2026 auf den 5. April fiel, landet der Pfingstsonntag auf dem 24. Mai, der Pfingstmontag folgt am 25.

Pfingsttermine im Überblick

JahrPfingstsonntagPfingstmontag
20258. Juni9. Juni
202624. Mai25. Mai
202716. Mai17. Mai
20284. Juni5. Juni
202920. Mai21. Mai

Die Pfingstfeiertage liegen zumeist im Mai oder Juni eines Jahres – genau genommen zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni. Früher als der 10. Mai und später als der 13. Juni ist Pfingsten daher nie möglich.


Pfingstsonntag und Pfingstmontag: Was ist der Unterschied?

Hier verwirren sich viele – deshalb eine klare Erklärung.

Pfingstsonntag ist der eigentliche religiöse Feiertag: das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Er fällt immer auf einen Sonntag – daher ist er nur im Bundesland Brandenburg ein gesetzlicher Feiertag (da Sonntage ohnehin arbeitsfrei sind, hat das in der Praxis kaum Auswirkungen).

Pfingstmontag ist der Tag danach – und er ist in allen 16 deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Damit ist er für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der praktisch relevante Feiertag: Geschäfte sind geschlossen, Büros ebenfalls, und viele Familien nutzen das lange Wochenende für Ausflüge oder Kurzreisen.

Wenngleich der Pfingstmontag liturgisch betrachtet nicht mehr zur eigentlichen Osterzeit zählt, sondern zum Jahreskreis, wird er selbst von bekennenden Christen gern als eine Art „Dreingabe“ zum Pfingstsonntag verstanden.

Pfingstmontag ist außerdem ein gesetzlicher Feiertag in Österreich, Belgien, Luxemburg, Ungarn sowie in Teilen der Schweiz und Dänemark – womit Deutschland keine Ausnahme, sondern Teil eines europäischen Musters ist.

[Interner Link: Christi Himmelfahrt – warum es auch Vatertag ist]


Pfingsten und das Kirchenjahr: Wo steht dieses Fest?

Pfingsten ist nicht isoliert zu verstehen – es ist der Abschluss eines langen Festbogens, der an Weihnachten beginnt.

Weihnachten → Epiphanie → Fastenzeit → Aschermittwoch
→ Karfreitag → Ostern → Christi Himmelfahrt → Pfingsten

Die Feiertage schließen in Deutschland die zurückliegende Osterzeit ab. An diesem Tag, der 49 Tage nach Ostern liegt, wird die Aussendung des Heiligen Geistes mit einem Fest gefeiert.

Mit Pfingstmontag endet der sogenannte Osterfestkreis – der Teil des Kirchenjahres, der von der Auferstehung Jesu geprägt ist. Danach beginnt die „normale“ Zeit im Jahreskreis, die so bis zum Advent andauert.

Theologisch gesehen schließt Pfingsten eine Trilogie: Weihnachten feiert die Geburt Jesu, Ostern seine Auferstehung, und Pfingsten die Sendung des Geistes – gewissermaßen die Vollendung der Heilsgeschichte in der christlichen Lehre.


Die Symbole von Pfingsten: Feuer, Taube und Wind

Drei Symbole prägen das Pfingstfest – und alle drei gehen direkt auf die biblische Erzählung zurück.

Die Feuerzungen

Das markanteste Bild des Pfingstwunders sind die Feuerzungen, die sich auf jeden der Jünger niederließen. Feuer steht in der biblischen Tradition für Gottes Gegenwart (brennender Dornbusch, Feuersäule in der Wüste) und für Reinigung. Auf die Pfingsterzählung des Neuen Testaments geht wohl auch die Redewendung „Feuer und Flamme sein“ für „begeistert sein“ zurück: „Etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder“, heißt es im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte.

Die weiße Taube

Die Taube als Symbol des Heiligen Geistes stammt streng genommen nicht aus der Pfingstgeschichte, sondern aus der Taufe Jesu im Jordan, bei der der Geist „in Gestalt einer Taube“ herabkam. In der biblischen Geschichte ist von „Zungen wie von Feuer“ die Rede, eine Taube wird nicht erwähnt. Dennoch hat sich die Taube als das Pfingstsymbol schlechthin durchgesetzt – in Kirchenfenstern, Prozessionsfahnen und Schulmaterialien. Sie steht heute für Frieden, Sendung und die Gegenwart des Geistes.

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Das Brausen des Windes

Bevor die Feuerzungen erschienen, erfüllte ein gewaltiges Rauschen das Haus – „wie von einem gewaltigen Wind“. Wind ist im Hebräischen dasselbe Wort wie Geist: ruach. Das ist kein Zufall. Der Geist kommt nicht sichtbar und greifbar, sondern wie der Wind: Man hört ihn, man spürt seine Wirkung – aber man sieht ihn nicht.


Pfingstbräuche in Deutschland: Was heute noch gefeiert wird

Pfingsten hat weniger volkstümliche Bräuche hervorgebracht als Weihnachten oder Ostern – aber einige haben sich bis heute gehalten, besonders in ländlichen Regionen.

Der Pfingstbaum

Der Pfingstbaum gehört in vielen Gegenden Deutschlands zu den bekanntesten Bräuchen an Pfingsten. Im Süden Deutschlands kennt man ihn eher in Form eines Maibaums – eines hohen Baumstamms mit abgesägten Ästen, der feierlich geschmückt im Dorf aufgestellt wird. Bänder, Fahnen und ein Pfingstkranz gehören zum Baumschmuck. In manchen Regionen ist der Pfingstbaum eine frisch geschlagene junge Birke, die junge Männer am Abend vor Pfingstsonntag vor die Häuser stellen, in denen unverheiratete Mädchen wohnen.

Dieser traditionelle Brauch – „Pfingstbaumpflanzen“ oder „Birkenstecken“ genannt – geht vermutlich auf die Germanen zurück und ist vor allem in Niedersachsen verbreitet.

Der Kötztinger Pfingstritt

Der bekannteste Pfingstritt ist der Kötztinger Pfingstritt im Bayerischen Wald, der auf ein Gelöbnis aus dem Jahr 1412 zurückgeht und seit 2015 zum bayerischen immateriellen Kulturerbe zählt. Reitergruppen ziehen dabei als Bitt- oder Wallfahrtsprozession durch die Orte – meist am Pfingstmontag. Es ist einer der größten und ältesten Pfingstritte Europas und zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern an.

Das Pfingstfeuer

In einigen Regionen, so beispielsweise im Allgäu, ist es liebgewonnene Tradition, ein großes Feuer zu entzünden. Dieses sogenannte Pfingstfeuer symbolisiert einerseits den Heiligen Geist und andererseits wird es auch als Zeichen der Reinigung und Erleuchtung der Gläubigen gesehen. Mancherorts wird es am Vorabend des Pfingstsonntags entfacht – ähnlich dem Osterfeuer.

Pfingstbraut und Pfingstbräutigam

Viele regionale Pfingstbräuche drehen sich auch rund um die Themen Heirat und Fruchtbarkeit. So gibt es in einigen Orten etwa die Wahl zu Pfingstbraut und Pfingstbräutigam – meist eher scherzhaft gedacht und mit wenig Bezug zur kirchlichen Bedeutung des Festes.

Der Pfingstochse

Ein heute fast vergessener Brauch ist der Pfingstochse: Ein besonders gut genährtes Tier wurde festlich geschmückt und am Pfingstmontag durch das Dorf geführt – als Symbol für die Fruchtbarkeit des Frühlings und den Abschluss der Frühjahrsarbeit. Der Ausdruck „jemanden wie einen Pfingstochsen aufputzen“ – also jemanden übertrieben herausputzen – geht auf diesen Brauch zurück und ist bis heute im deutschen Sprachgebrauch lebendig.

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Pfingsten als inoffizieller Sommerstart

Jenseits aller religiösen und volkskundlichen Bedeutung hat Pfingsten im modernen deutschen Alltag eine klar erkennbare Funktion: Heute steht Pfingsten für vieles: für Ferien, verlängerte Wochenenden und den inoffiziellen Start in den Sommer.

Das lange Pfingstwochenende – Samstag, Sonntag, Pfingstmontag, und bei günstiger Lage auch Freitag als Brückentag – gehört zu den meistgenutzten Reisewochenenden des Jahres in Deutschland. Campingplätze, Ferienwohnungen und Hotels in beliebten Reiseregionen sind über Pfingsten oft Wochen im Voraus ausgebucht.

Pfingstferien nach Bundesland 2026

Nicht alle Bundesländer haben offizielle Pfingstferien. In acht von 16 Bundesländern dürfen sich Schülerinnen und Schüler 2026 über zusätzliche schulfreie Tage neben dem Feiertag Pfingstmontag freuen. In Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beschränkt sich das auf den Dienstag nach Pfingsten. Richtige Pfingstferien gibt es dagegen nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

BundeslandPfingstferien 2026
Baden-Württemberg26. Mai – 5. Juni 2026
Bayern26. Mai – 5. Juni 2026
Hamburg11. – 15. Mai 2026 (vor Pfingsten)
Mecklenburg-Vorpommern15. Mai & 22.–26. Mai 2026
Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, NRWNur Dienstag, 26. Mai 2026
Übrige BundesländerKein schulfreier Zusatztag

Was ist an Pfingstmontag geöffnet und geschlossen?

Der Pfingstmontag ist ein gesetzlicher Feiertag – es gelten dieselben Regeln wie an Sonntagen.

  • Geschlossen: Supermärkte, Einzelhandel, Banken, Postfilialen, Behörden, die meisten Apotheken (außer Notdienst).
  • Geöffnet: Restaurants und Cafés (in der Regel), Tankstellen für Notfallkäufe, Bäckereien mit Sonntagslizenz, Shops an Bahnhöfen und Flughäfen, Museen und Freizeiteinrichtungen (je nach Betreiber).
  • Öffentlicher Nahverkehr: Fährt nach Sonntagsfahrplan – in Städten mit dichtem Netz wie Berlin, München oder Hamburg in der Praxis kaum eingeschränkt; auf dem Land können Takte reduziert sein.
  • Wichtig: Fällt der Pfingstmontag auf einen anderen Feiertag (was in Deutschland kaum vorkommt), gibt es keinen Ersatzfeiertag. Und: Der Pfingstsamstag ist kein Feiertag – Geschäfte können normal öffnen.

Pfingsten in anderen europäischen Ländern

Pfingsten ist kein rein deutsches Phänomen. Der Pfingstsonntag wird in ganz Europa als christliches Fest begangen – aber der Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag ist nicht überall selbstverständlich.

LandPfingstsonntagPfingstmontag
DeutschlandFeiertag (nur BB)✅ Bundesweiter Feiertag
ÖsterreichKein Feiertag✅ Gesetzlicher Feiertag
FrankreichKein Feiertag✅ Gesetzlicher Feiertag
BelgienKein Feiertag✅ Gesetzlicher Feiertag
LuxemburgKein Feiertag✅ Gesetzlicher Feiertag
NiederlandeKein Feiertag✅ Gesetzlicher Feiertag
SchweizKein Feiertag✅ In den meisten Kantonen
GroßbritannienKein Feiertag❌ Kein Feiertag
USAKein Feiertag❌ Kein Feiertag

Das Muster ist eindeutig: Der Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag ist ein westeuropäisches Merkmal – in der anglophonen Welt kennt man ihn nicht.


Häufig gestellte Fragen zu Pfingsten

Wann ist Pfingsten 2026?

Pfingstsonntag ist am 24. Mai 2026, der Pfingstmontag am 25. Mai 2026.

Was wird an Pfingsten gefeiert?

Pfingsten erinnert an die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger Jesu in Jerusalem – 50 Tage nach Ostern. Das Ereignis gilt als Geburtsstunde der christlichen Kirche.

Warum ist Pfingstmontag ein Feiertag, Pfingstsonntag aber nicht?

Der Pfingstsonntag fällt immer auf einen Sonntag und ist daher für die meisten Arbeitnehmer ohnehin arbeitsfrei. Der Pfingstmontag ist als gesetzlicher Feiertag der zusätzliche freie Tag, der das lange Wochenende sicherstellt. Nur in Brandenburg ist auch der Pfingstsonntag offiziell als Feiertag ausgewiesen.

Warum wechselt das Datum von Pfingsten jedes Jahr?

Pfingsten ist an Ostern gebunden (Pfingstsonntag = Ostersonntag + 49 Tage). Da Ostern selbst ein beweglicher Feiertag ist, der nach dem Mondkalender berechnet wird, verschiebt sich Pfingsten mit. Das mögliche Datumsfenster liegt zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.

Woher kommt das Wort „Pfingsten“?

Vom griechischen „Pentekoste“ – „der Fünfzigste“ – weil Pfingsten am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert wird.

Hat Pfingsten Bräuche wie Weihnachten oder Ostern?

Pfingsten hat weniger verbreitete Volksbräuche als die beiden anderen großen Feste. Regional gibt es jedoch lebendige Traditionen: der Kötztinger Pfingstritt in Bayern, das Pfingstbaumpflanzen in Niedersachsen, Pfingstfeuer im Allgäu.

Was bedeutet „Feuer und Flamme sein“?

Die Redewendung geht auf das Pfingstwunder zurück – auf die Feuerzungen, die laut Apostelgeschichte auf die Jünger herabkamen und sie mit Begeisterung und Mut erfüllten. Wer „Feuer und Flamme“ für etwas ist, ist also im ursprünglichen Sinne: vom Geist ergriffen.

Ist Pfingstsamstag ein Feiertag?

Nein. Der Pfingstsamstag ist kein gesetzlicher Feiertag. Geschäfte dürfen normal öffnen.

Gilt Pfingstmontag auch in der Schweiz und Österreich?

In Österreich ist der Pfingstmontag ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag. In der Schweiz ist er in den meisten Kantonen frei, aber nicht überall.


Zum Abschluss: Was Pfingsten eigentlich sagt

Dass die meisten Menschen nicht wissen, was an Pfingsten gefeiert wird, sagt etwas über das Fest – und vielleicht über uns. Weihnachten hat ein Kind in einer Krippe, Ostern hat bunte Eier und einen Hasen. Pfingsten hat Feuerzungen und einen unsichtbaren Geist.

Das lässt sich schwerer vermarkten. Aber die Geschichte dahinter ist nicht weniger folgenschwer: Ein kleiner Kreis verängstigter Jünger wurde an diesem Tag zu einer weltumspannenden Bewegung. Die Sprache, die sie plötzlich sprachen, war keine nationale – sie war, der Erzählung nach, von allen zu verstehen. Das ist, religionsgeschichtlich betrachtet, ein erstaunlicher Moment.

Ob man das glaubt oder nicht: Es ist der Moment, aus dem heraus Europa, seine Kathedralen, seine Universitäten, seine Kalender – und auch dieser Feiertag – entstanden sind.


Zuletzt aktualisiert: Mai 2026. Alle Datumsangaben beziehen sich auf den deutschen Feiertagskalender 2025–2029.

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