Woher Kommen die Körper in der KÖRPERWELTEN-Ausstellung?

Last Updated on 2 Tagen ago by TodayWhy Editorial

Woher kommen die echten menschlichen Körper in der KÖRPERWELTEN-Ausstellung? Freiwillige Körperspenden, der Nowosibirsk-Skandal, sieben Schädel mit Einschusslöchern — und das chinesische Morddreieck.


1. Die Zentrale Frage: Wer Sind Diese Menschen?

Wenn Sie vor einem Plastinat in der KÖRPERWELTEN-Ausstellung stehen — einem laufenden Menschen mit vollständig freigelegter Muskulatur oder einem Schachspieler, dessen Nervensystem wie eine Landkarte ausgebreitet ist — drängt sich eine unvermeidliche Frage auf: Wer ist dieser Mensch? Woher kommt er? Hat er diesem wirklich zugestimmt?

Das ist keine akademische Frage. Es ist eine Frage der Menschenwürde — und die Antwort ist weitaus komplizierter als die Beschreibungsschilder in der Ausstellung vermuten lassen.

Um ehrlich zu antworten, müssen wir drei Informationsebenen mit sehr unterschiedlichem Wahrheitsgehalt trennen.


2. Ebene 1 — Was Von Hagens Behauptet

Geschichte des Programms

Gunther von Hagens richtete sein freiwilliges Körperspendeprogramm für Plastination ab 1982 ein — 13 Jahre vor der Weltpremiere der ersten Ausstellung in Tokio (1995). Ab 1993 wird das Programm vom Institut für Plastination (IfP) in Heidelberg verwaltet. ¹

Die Funktionsweise: Wer seinen Körper spenden möchte, füllt eine „Erklärung der Absicht“ (Declaration of Intent) aus — kein bindender Vertrag, sondern eine freiwillige Erklärung, die jederzeit vor dem Tod widerrufen werden kann. Das Formular erlaubt dem Spender zu bestimmen: ²

  • Verwendungszweck (reine medizinische Ausbildung oder auch öffentliche Ausstellung)
  • Ablehnung bestimmter Nutzungsformen
  • Einwilligung oder Ablehnung einer Positionierung

Nach dem Tod des Spenders durch natürliche Ursachen wird der Körper an das IfP übergeben.

Die veröffentlichten Zahlen

Laut offiziellen Informationen von Body Worlds (Stand Januar 2025): ³

  • Über 22.000 Personen haben sich weltweit als Spender registriert
  • Davon sind über 2.800 bereits verstorben und ihre Körper wurden an das IfP übergeben
  • Das Programm nimmt derzeit keine neuen Anmeldungen mehr an, da es ausgelastet ist

Von Hagens betonte in einem NPR-Interview: „Was ich mit Sicherheit niemals für öffentliche Ausstellungen verwende, sind herrenlose Leichen, Gefangene, Leichen aus psychiatrischen Einrichtungen oder hingerichtete Gefangene.“ ⁴

Der rechtliche Prozess

Jährlich führt die Stadt Heidelberg eine Verwaltungsprüfung des Programms durch: Ein unabhängiger Notar bestätigt, dass jeder eingegangene Körper mit vollständigen Unterlagen versehen ist — unterzeichnetem Einwilligungsformular und Sterbeurkunde. Das Ergebnis wird notariell beglaubigt und offiziell archiviert. ⁵


3. Ebene 2 — Was Belegt Ist?

Trotz der konsistenten offiziellen Aussagen von von Hagens gibt es drei durch öffentliche Akten bestätigte Ereignisse, die zeigen, dass sein Kontrollsystem in mindestens einer Phase nicht einwandfrei funktionierte.

Vorfall 1: Nowosibirsk, Russland (1999–2002) — 56 Leichen zweifelhafter Herkunft

Dies ist der am besten dokumentierte Vorfall.

Im Zeitraum 1999–2001 wurden 56 Leichen und Hunderte von Gehirnproben von der Medizinischen Akademie Nowosibirsk (Russland) an von Hagens‘ Labor in Heidelberg geliefert — im Rahmen eines Dienstleistungsauftrags zum Plastinieren, nach dem sie an Russland zurückgegeben werden sollten.

2001 hielt der deutsche Zoll die Lieferung an und leitete Ermittlungen ein. Die Untersuchung ergab: Vladimir Novosylov — Leiter des regionalen Rechtsmedizinbüros in Nowosibirsk — hatte illegal Leichen von Obdachlosen, Gefangenen und Krankenhauspatienten verkauft. Angehörigen mancher dieser Menschen wurde mitgeteilt, ihre Verstorbenen seien eingeäschert worden — während die Körper in Wirklichkeit verkauft worden waren. ⁶

2005 wurde Novosylov wegen illegalen Leicherexports verurteilt und mit 1.222 USD bestraft. ⁷

Von Hagens‘ Position: Er wurde in diesem Fall nicht angeklagt. Er bestand darauf, nichts von der illegalen Herkunft gewusst zu haben, und versicherte, keiner dieser Körper sei in KÖRPERWELTEN ausgestellt worden — sie seien ausschließlich für den russischen Auftraggeber plastiniert worden. ⁸

Das mag technisch korrekt sein. Es zeigt jedoch: Anfang der 2000er Jahre nahm sein Labor Körper an und verarbeitete diese, ohne die Herkunft ausreichend zu prüfen.

Vorfall 2: Sieben Körper werden nach China zurückgeschickt (2004) — Von Hagens‘ eigenes Eingeständnis

Dies ist der Vorfall, den von Hagens selbst offiziell bestätigte.

Im Januar 2004 veröffentlichte das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel eine Enthüllung auf Basis interner E-Mails und Dokumente: Zumindest einige der über 600 Körper im Lager von von Hagens in Dalian, China, wiesen Anzeichen auf, von hingerichteten Gefangenen zu stammen. ⁹

Von Hagens‘ Reaktion war bezeichnend: Statt nur zu leugnen, überprüfte er aktiv seinen gesamten Bestand und entdeckte sieben Körper mit Kopfverletzungen — darunter mindestens zwei mit Einschusslöchern im Schädel, die mit der chinesischen Hinrichtungsmethode (Schuss in den Hinterkopf oder die Schläfe) übereinstimmen. ¹⁰

Er gab diese sieben Körper nach China zurück und ordnete die Vernichtung aller Plastinate mit Hinrichtungsbeweisen an.

In einem im Guardian veröffentlichten Statement sagte von Hagens: „Ich kann nicht beweisen, dass die Körper keine hingerichteten Gefangenen waren, aber ich glaube, dass sie es nicht waren.“ ¹⁰ — eine Aussage, die implizit einräumt, dass er das Gegenteil ebenfalls nicht beweisen konnte.

Von Hagens klagte anschließend gegen Der Spiegel und gewann in Teilen. Das Ereignis der sieben zurückgeschickten Körper ist jedoch in keinem Urteil bestritten worden.

Vorfall 3: Kirgisistan (2003) — Parlamentarische Untersuchung wegen Gefängnisleichen

2003 untersuchte das kirgisische Parlament Anschuldigungen, dass von Hagens über seinen Kirgisistan-Kanal Hunderte von Leichen aus Gefängnissen, Krankenhäusern und psychiatrischen Einrichtungen des Landes entgegengenommen habe.

Laut einem BBC-Bericht vom November 2003 wurde die Untersuchung eingeleitet, nachdem Berichte auftauchten, von Hagens habe Körper durch fragwürdige Kanäle erhalten. Es gab keine Verurteilung — aber der Verdacht blieb bestehen. ¹¹


4. Ebene 3 — Was Noch Ungeklärt Ist?

Dies ist das komplexeste und dunkelste Kapitel der Körperherkunftsfrage — und das, das am wenigsten öffentlich bekannt ist.

4.1 Dalian: Warum China?

Im August 1999 eröffnete von Hagens sein erstes Plastinationslabor in Dalian, China. Er hatte 1996 bereits eine Gastprofessur an der Medizinischen Universität Dalian angenommen und dort ein Plastinationszentrum aufgebaut.

Sein ehemaliger Schüler Sui Hongjin gab 2003 gegenüber dem Magazin Oriental Outlook zu: „Von Hagens wollte China zur Produktionsstätte machen, weil Löhne und Rohstoffpreise billiger sind.“ — mit „Rohstoffen“ waren menschliche Körper gemeint. ¹²

09 1
Sui Hongjin

Von Hagens selbst räumte in Gesprächen mit Journalisten ein, er habe Dalian nicht nur wegen günstiger Arbeitskräfte gewählt, sondern auch wegen der Unterstützung der Behörden und des einfachen Zugangs zu Körpern. ¹²

4.2 Das Paradox: China fehlten freiwillige Spender

Eine entlarvende Ironie: Noch 1999 beklagte von Hagens, er leide unter einem Körpermangel — chinesische Menschen seien traditionell nicht bereit, ihren Körper zu spenden, da dies kulturell und religiös abgelehnt werde. Die offensichtliche Gegenfrage: Woher kamen dann die Körper, die sein Dalian-Labor verarbeitete? ¹²

4.3 Das Dreieck: Von Hagens — Sui Hongjin — KP-Behörden

Aus mehreren investigativen Berichten ergibt sich ein Muster, das als „Morddreieck“ bezeichnet wird:

Seite 1 — Von Hagens: Gründete das erste Dalian-Labor (1999). Genoss behördliche Unterstützung, niedrige Kosten und einfachen Körperzugang. Zog sich 2004 zurück.

Seite 2 — Sui Hongjin: Von Hagens‘ ehemaliger Schüler und Laborleiter. Gründete 2002 heimlich seine eigene Plastinationsfabrik — Dalian Hoffen Bio-Technique — und versorgt seitdem Bodies: The Exhibition, den Konkurrenten von KÖRPERWELTEN. Ein Whistleblower zeigte ABC News 2008 Fotos frisch hingerichteter Gefangener in Gassen, die er auf Suis Anweisung abholen sollte. ¹³

Seite 3 — Staatliche Stellen: Sui Hongjin bestätigte selbst, dass ein Teil der „Körper“ von der Polizei (Öffentliche Sicherheitsbehörde) stammte. Ein Funktionär des sogenannten Büro 610 — eine außergesetzliche Einheit zur Unterdrückung von Falun Gong — aus Tianjin soll bestätigt haben, dass Organe und Körper von Falun-Gong-Praktizierenden für Plastinierung vorgesehen waren. ¹⁴

4.4 Der Fötus aus der Polizeidatenbank

Ein besonders erschreckendes Detail aus Berichten der WOIPFG: In der Körperdatenbank des Dalian-Labors soll ein 9 Monate alter Fötus als aus dem Bestand des „Öffentlichen Sicherheitsbüros“ (Polizei) stammend vermerkt worden sein — einer Behörde, die mit Leibesspeicher nichts zu tun haben sollte. ¹⁴

Wichtiger Vorbehalt: Diese Vorwürfe stammen von einer Organisation, die ein direktes Interesse an der Aufdeckung chinesischer Staatsverbrechen hat. Eine unabhängige gerichtliche Bestätigung speziell für KÖRPERWELTEN — und nicht für Bodies Exhibition — liegt für diese Punkte nicht vor.

4.5 Von Hagens zieht sich zurück — aber was bedeutet das?

2004 schloss von Hagens das Dalian-Labor und beendete die Zusammenarbeit mit Sui Hongjin. Offizielle Begründung: ethische Bedenken über die Körperherkunft in China.

Dies schafft eine Paradoxie, die von Kritikern oft zitiert wird: Wenn der Rückzug aus ethischen Gründen erfolgte, erkennt er damit implizit an, dass in der Phase 1999–2004 ethische Standards nicht vollständig eingehalten wurden. Ein ehrenhafter Rückzug — aber kein Freispruch für die Vergangenheit.


5. Der Fehlende Papierpfad: Was NPR 2006 Herausfand

2006 führte NPR (National Public Radio, USA) eine unabhängige Untersuchung über die Körperherkunft in Plastinationsausstellungen in den USA durch. Das zentrale Ergebnis war ernüchternd:

Von Hagens konnte zwar über 200 Einwilligungsformulare mit entsprechenden Sterbeurkunden abgleichen. Aber es gab keinen direkten Nachweis, der jedes einzelne ausgestellte Plastinat mit einem bestimmten Spender verknüpfte. ¹⁵

Anders gesagt: Das Aufzeichnungssystem bestätigt, dass Person A ihren Körper gespendet hat und gestorben ist — aber nicht, dass der Körper in der Ecke des Ausstellungsraums tatsächlich der Körper von Person A ist.

Von Hagens bestritt dies nicht. Sein Argument: Datenschutz — er wolle nicht, dass Besucher einen Körper einer bestimmten Person zuordnen können.

Dies ist eine verständliche Begründung. Aber sie schafft gleichzeitig eine Verifizierungslücke, die sich nicht vollständig schließen lässt — und genau das ist der Kernpunkt der Transparenzkritik.

NPR fasste die Situation so zusammen: Von Hagens sagt, er habe die Körper nur aus vertrauenswürdigen Quellen bezogen. Aber kein Außenstehender kann bestätigen, dass sie im schlimmsten Fall nicht von in einem chinesischen Gefängnis getöteten Dissidenten stammen, die über einen Zwischenhändler an eine Medizinschule verkauft und dann der Öffentlichkeit ausgestellt wurden. ¹⁵


6. Unabhängige Prüfungen: Ein Komplexes Bild

Pro: Das Programm wurde mehrfach geprüft

Laut offizieller Website von KÖRPERWELTEN wurde das Körperspendeprogramm des IfP: ¹⁸

  • Jährlich von einem unabhängigen Notar in Heidelberg geprüft
  • Von unabhängigen Ethikkommissionen mehrerer US-amerikanischer Museen vor der Ausstellungsgenehmigung untersucht
  • Von Experten für Bioethik und Rechtsanwälten geprüft, die dafür nach Heidelberg reisten

Das Fazit aller Prüfer laut KÖRPERWELTEN: Das Programm erfüllt oder übertrifft die ethischen Standards der meisten anatomischen Institute. ¹⁸

Contra: Die Prüfungen überprüfen nicht das Entscheidende

Kritiker, darunter NPR (2006), weisen auf die entscheidende Grenze dieser Prüfungen hin: Sie bestätigen, dass Einwilligungsdokumente existieren und gültig sind — nicht, dass jeder ausgestellte Körper direkt mit einem bestimmten Spender verknüpft ist. ¹⁵

Dies ist der Unterschied zwischen „das Aufzeichnungssystem scheint in Ordnung zu sein“ und „die vollständige Kontrollkette vom Spender zum ausgestellten Plastinat ist transparent und nachvollziehbar“.

Von Hagens hat nachvollziehbare Datenschutzgründe, keine öffentliche Zuordnung zu ermöglichen. Doch diese Entscheidung schafft gleichzeitig eine Verifizierungslücke, die nicht vollständig geschlossen werden kann.


7. Demografische Frage: Europäer Oder Asiaten?

Viele Besucher fragen sich beim Betrachten der Plastinate: Sind diese Menschen Europäer oder Asiaten?

Was von Hagens erklärt

In einem NPR-Interview 2006 erklärte von Hagens: „Jedes Ganzkörper-Plastinat, das in Nordamerika ausgestellt wird, stammt von vollständig informierten europäischen und nordamerikanischen Spendern, die schriftlich eingewilligt haben.“ ¹⁵

Das Körperspendeprogramm ist geografisch in Deutschland und Westeuropa verankert — dort, wo von Hagens‘ Büros am längsten aktiv sind. Akademische Untersuchungen über die Demografie von Körperspendern in westlichen Ländern zeigen, dass Spender überwiegend weiß, gebildet und über 60 Jahre alt sind — was zum kulturellen Umfeld des deutschen Programms passt. ¹⁹

Warum die Frage trotzdem berechtigt ist

Nach der Plastination, bei der Haut und oberflächliche Weichteile entfernt werden, sind ethnische Merkmale praktisch nicht mehr erkennbar — Muskeln, Knochen und innere Organe sehen unabhängig von der geografischen Herkunft gleich aus.

Dies ist einerseits eine biologische Wahrheit (wir sind alle innen gleich), andererseits der Grund, warum eine unabhängige äußere Verifikation der Herkunft nahezu unmöglich ist.


8. Häufig Gestellte Fragen (FAQ)

Sind die Körper in KÖRPERWELTEN wirklich von freiwilligen Spendern?
Laut von Hagens ja — das Körperspendeprogramm besteht seit 1982. Jedoch gibt es keinen vollständig transparenten Dokumentationspfad, der jeden ausgestellten Körper direkt mit einem bestimmten Spender verbindet. Für die Zeit vor 2004 (Dalian-Phase) bleiben Fragen offen.

Stammen Körper aus China oder aus Europa?
Von Hagens erklärt, alle in Nordamerika und Europa ausgestellten Ganzkörper-Plastinate stammten von europäischen und nordamerikanischen Spendern. Nach der Plastination sind ethnische Merkmale jedoch kaum erkennbar, sodass eine unabhängige Verifizierung von außen nicht möglich ist.

Was bedeutet der Skandal um die sieben zurückgesandten Körper?
2004 fand von Hagens in seinem Dalian-Lager sieben Körper mit Kopfverletzungen — darunter Einschusslöcher im Schädel. Er sandte sie nach China zurück. Diese Tatsache ist unbestritten. Sie zeigt, dass zumindest einige Körper in der China-Phase aus nicht geklärten Quellen stammten.

Was ist der Unterschied zu Bodies Exhibition?
Bodies: The Exhibition gibt offen zu, „herrenlose“ chinesische Körper zu verwenden. KÖRPERWELTEN behauptet freiwillige Spenden. Bodies Exhibition hatte erheblich größere rechtliche Probleme und konnte Ethikdokumente auf behördliche Anfrage nicht vorlegen.

Wurde KÖRPERWELTEN unabhängig geprüft?
Ja — durch jährliche Notarprüfungen in Heidelberg und durch Ethikkommissionen verschiedener US-Museen. Diese Prüfungen bestätigen die Existenz gültiger Einwilligungsformulare, nicht aber die direkte Verknüpfung jedes Exponats mit einem bestimmten Spender.


9. Fazit

Was wir sicher wissen

✅ Das freiwillige Körperspendeprogramm des IfP existiert seit 1982 und hat über 22.000 registrierte Spender.
✅ Seit Body Worlds IV (2008) stammen alle Ganzkörper-Plastinate laut von Hagens ausschließlich aus diesem Programm.
✅ 2004 gab von Hagens freiwillig sieben Körper nach China zurück, nachdem er Verletzungen entdeckt hatte, die mit Hinrichtungen übereinstimmen.
✅ Der Nowosibirsk-Skandal bestätigt, dass sein Labor Körper aus einer Quelle verarbeitete, die sich als illegal erwiesen hat — auch wenn er bestreitet, diese in der Ausstellung verwendet zu haben.
✅ Es existiert kein vollständiger Dokumentationspfad, der jeden ausgestellten Körper mit einem bestimmten Spender verknüpft — von NPR bestätigt, von von Hagens nicht bestritten.

Was wir nicht wissen

❓ Wie viele Körper aus nicht freiwilligen Quellen wurden in der Dalian-Phase (1999–2004) verarbeitet?
❓ Waren die sieben zurückgesandten Körper alles — oder nur das, was gefunden wurde?
❓ Wie groß ist die Lücke zwischen „Einwilligungsdokumenten existieren“ und „jeder ausgestellte Körper ist tatsächlich von einem bestimmten Spender“?

Was wir wohl nie erfahren werden

🔲 Die genaue Identität jedes Plastinats — ein Datenschutzproblem und gleichzeitig eine Verifizierungsbarriere.
🔲 Die vollständigen Betriebsunterlagen des Dalian-Labors vor 2004.


Der entscheidende Punkt: Die Frage nach der Körperherkunft in KÖRPERWELTEN hat keine einfache Antwort. Sie ist nicht so sauber, wie die offizielle Website es darstellt — aber auch nicht so eindeutig verbrecherisch, wie manche extremen Anschuldigungen behaupten.

Es ist eine Grauzone. Und ehrlich mit dieser Grauzone umzugehen — anstatt eine Seite bequem zu wählen — ist vielleicht der aufrichtigste Umgang mit einem Thema, das grundlegende Fragen über Menschenwürde, Einwilligung und den Umgang mit dem Tod aufwirft.


10. Quellenverzeichnis

#Zitierte AussageQuelle & Link
¹Programm seit 1982; IfP seit 1993 in HeidelbergAnatomic Excellence — Body Donation · https://anatomicexcellence.com/about-plastination/body-donation/
²„Declaration of Intent“; widerrufbar; Optionen für SpenderVon Hagens Plastination — Ethics · https://vonhagens-plastination.com/ethics
³22.000 Spender (Jan. 2025); 2.800 bereits verstorben; Programm geschlossenBody Worlds Amsterdam — Are the bodies real? (Mai 2025) · https://www.bodyworlds.nl/en/blog/are-the-bodies-real-the-story-behind-body-worlds/
Von-Hagens-Zitat: „niemals herrenlose Leichen, Gefangene…“NPR — Origins of Exhibited Cadavers Questioned (2006) · https://www.npr.org/2006/08/11/5637687/origins-of-exhibited-cadavers-questioned
Jährliche Notarprüfung Heidelberg; Sterbeurkunden + EinwilligungenVon Hagens Plastination — Ethics · https://vonhagens-plastination.com/ethics
56 Körper + Gehirnproben Nowosibirsk; Novosylov-Verurteilung; Angehörige falsch informiertThe Guardian — Russia Arts (2002) · https://www.theguardian.com/world/2002/oct/17/russia.arts — The Independent · https://www.independent.co.uk/news/world/europe/professor-body-and-the-curious-case-of-siberias-lost-corpses-85793.html
Novosylov 2005 verurteilt, 1.222 USD StrafeRussell Working / Stop Body Worlds · https://sites.google.com/site/stopbodyworlds/media-coverage/russell-working
Von Hagens: Körper nicht in Ausstellung; nur DienstleistungsauftragMedium — Stephanie Studer (2019) · https://medium.com/@stephaniestuder/fascinating-educational-or-downright-disturbing-body-worlds-finds-a-home-in-london-304973c26009
Der Spiegel Jan. 2004; interne E-Mails; Dalian-LagerWikipedia — Body Worlds · https://en.wikipedia.org/wiki/Body_Worlds
¹⁰Sieben Körper mit Einschusslöchern; von-Hagens-Zitat „kann nicht beweisen“Films for Freedom · https://www.filmsforfreedom.com/body-exhibits/ — EagleVisionTimes · https://eaglevisiontimes.com/china/worldwide-controversy-follows-exhibition-of-corpses/
¹¹Kirgisistan 2003: BBC-Bericht, ParlamentsuntersuchungBBC News Asia-Pacific (2003) · http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/3242327.stm
¹²Dalian 1999; Gastprofessur 1996; Sui-Hongjin-Zitat „Rohstoffkosten“; Körpermangel trotzdemTriThucVN — Tam giác giết người · https://trithucvn2.net/trung-quoc/nguon-goc-thi-the-nhua-hoa-tam-giac-giet-nguoi.html
¹³Sui Hongjin gründet Dalian Hoffen 2002/2004; ABC 20/20 Whistleblower 2008Films for Freedom · https://www.filmsforfreedom.com/body-exhibits/ — EagleVisionTimes · https://eaglevisiontimes.com/china/worldwide-controversy-follows-exhibition-of-corpses/
¹⁴Büro-610-Bestätigung; WOIPFG; Fötus aus PolizeidatenbankTriThucVN — Tam giác giết người · https://trithucvn2.net/trung-quoc/nguon-goc-thi-the-nhua-hoa-tam-giac-giet-nguoi.html
¹⁵NPR 2006: kein Papierpfad Spender→Plastinat; SchlussfolgerungNPR — Origins of Exhibited Cadavers Questioned · https://www.npr.org/2006/08/11/5637687/origins-of-exhibited-cadavers-questioned
¹⁶Roy Glover (Bodies Exhibition): „herrenlos, wir verstecken es nicht“NPR (2006) · https://www.npr.org/2006/08/11/5637687/origins-of-exhibited-cadavers-questioned
¹⁸Ethische Prüfungen; alle Prüfer: Standards erfülltBody Worlds — Ethical Review · https://bodyworlds.com/press/ethics-review/ — Ethics Report CSC (PDF) · https://koerperwelten.de/wp-content/uploads/2017/09/EthicReport_CSC_E_190110.pdf
¹⁹Spender-Demografie: weiß, gebildet, über 60Anatomical Sciences Education — Bagian et al. (2024) · https://anatomypubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ase.2387

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