Last Updated on 11 Stunden ago by TodayWhy Editorial
Wer in den ersten Spielen der WM 2026 auf die Füße der Spieler geachtet hat, reibt sich die Augen: Fast überall leuchtet Pink. Im Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika wirkten die Stollen fast wie eine Pflichtfarbe – dabei schreibt die FIFA keine Schuhfarben vor. Die Erklärung liegt in einer Kombination aus Marktmacht, Trendforschung und dem einfachen Physikprinzip des Kontrasts.
Der Hauptgrund: Nike, Adidas und Puma haben alle dasselbe beschlossen
Fußballschuhe sind kein Zufall. Drei Marken – Nike, Adidas und Puma – dominieren den Weltmarkt für Profi-Fußballschuhe. Für die WM 2026 haben alle drei unabhängig voneinander neue Turnierkollektionen in leuchtenden Pinktönen entwickelt. Da die meisten Nationalspieler Sponsorverträge mit einer dieser drei Marken haben, tragen auf jedem Spielfeld fast ausschließlich Spieler Schuhe von Marken, die alle auf dieselbe Farbe gesetzt haben.
Das Ergebnis: kein Masterplan, kein FIFA-Diktat – aber ein einheitliches Bild auf 90 Minuten Fußball.

Die Trendfarbe, die zwei Jahre im Voraus bestimmt wurde
Sportartikelmarken planen ihre Kollektionen 18 bis 24 Monate im Voraus. Dabei arbeiten sie mit professionellen Trendforschungsagenturen zusammen – darunter WGSN, eine der weltweit führenden Vorhersagefirmen für Konsumtrends. Im Jahr 2024 prognostizierte WGSN, dass „Electric Fuchsia“ – ein knalliger Farbton zwischen Pink und Violett – die Trendfarbe des Sommers 2026 werden würde.
Ob Nike, Adidas und Puma diese Vorhersage direkt in ihre Designprozesse einbezogen haben, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Das Ergebnis spricht jedoch für sich: Alle drei Marken haben exakt diesen Farbton für ihre WM-Kollektion gewählt.
Pink sieht man überall – und genau darum geht es
Ein entscheidender Faktor ist die Sichtbarkeit. Pink kontrastiert mit dem Grün des Rasens stärker als fast jede andere Farbe. Das gilt für das Fernsehbild in Standardauflösung ebenso wie für 4K, für Zeitlupenwiederholungen, für Aufnahmen unter Flutlicht und für kurze Clips auf Social Media.
Für Sportartikelmarken, die ihre Schuhe durch TV-Präsenz vermarkten, ist dieser Effekt bares Geld wert. Odinga Nimako, ein leitender Produktmanager im globalen Fußballschuh-Team von Nike, erklärte gegenüber The Athletic, dass leuchtende Farben Sportlern Selbstvertrauen vermitteln und dass genau dieser psychologische Effekt in den Designprozess einfloss.
Pink passt zu keinem WM-Trikot – und das ist kein Zufall
Ein weiterer Grund für die Wahl von Pink: Die Farbe kollidiert mit keinem der Trikots, die bei der WM 2026 zugelassen sind. Kein nationales Team tritt in Pink an. Das macht pinke Schuhe zum idealen Accessoire, das immer auffällt, ohne jemals mit dem Teamoutfit zu kollidieren.
Wer bricht den Trend?
Gerade weil Pink so allgegenwärtig ist, fallen die Ausnahmen besonders auf. Lionel Messi trägt Schuhe in den argentinischen Nationalfarben – Hellblau, Weiß und Gold – eine persönliche Anpassung seines Adidas-Sponsors. Der südkoreanische Mittelfeldspieler Hwang In-beom lief im Spiel gegen Tschechien in weißen Mizuno-Schuhen auf und wurde allein deshalb zum Gesprächsthema.
Die Ironie: Wer heute bei der WM keine pinken Schuhe trägt, fällt mehr auf als derjenige, der sie trägt.
Ist das der erste Mal in der WM-Geschichte?
Ja. Bei früheren Turnieren – 2014 in Brasilien, 2018 in Russland, 2022 in Katar – herrschte bei Fußballschuhen ein buntes Nebeneinander: Neongrün, Orange, Gradienten, individuelle Designs. Die Marken versuchten damals, sich voneinander abzuheben. Bei der WM 2026 sind alle auf denselben Zug aufgesprungen – mit dem paradoxen Ergebnis, dass ausgerechnet die Schuhe, die auffallen sollen, nun alle gleich aussehen.
Was das für Fans und Käufer bedeutet
Die WM funktioniert für Sportartikelmarken wie ein globales Schaufenster. Neue Stollenschuhe, die Spieler in Argentinien, Deutschland oder Südkorea auf dem Spielfeld tragen, landen wenige Wochen später in den Läden – in denselben Farben. Wer sich also fragt, warum im Sommer 2026 in deutschen Sportgeschäften pinke Fußballschuhe in allen Regalen stehen: Die Antwort läuft gerade über den Rasen der WM.
Häufig gestellte Fragen
Warum tragen so viele Spieler bei der WM 2026 pinke Schuhe?
Nike, Adidas und Puma haben für die WM 2026 unabhängig voneinander neue Stollenschuhe in ähnlichen Pinktönen herausgebracht. Da diese drei Marken den Profimarkt dominieren, sieht man auf dem Spielfeld fast überall dieselbe Farbe – ohne dass ein zentraler Plan dahintersteckt.
Was bedeutet „Electric Fuchsia“ bei der WM?
Electric Fuchsia ist ein leuchtend pinker Farbton mit leichtem Violettanteil, den die Trendforschungsagentur WGSN im Jahr 2024 als Trendfarbe des Sommers 2026 vorhergesagt hat. Sportartikelmarken planen Kollektionen rund zwei Jahre im Voraus und griffen genau diesen Ton auf.
Müssen WM-Spieler bestimmte Schuhfarben tragen?
Nein. Die FIFA schreibt keine Schuhfarben vor. Spieler wählen ihre Schuhe selbst, sind aber oft an Sponsorverträge gebunden. Da Nike, Adidas und Puma alle auf Pink setzen, entsteht das einheitliche Bild aus kommerziellen, nicht aus regulatorischen Gründen.
Warum ist Pink der ideale Kontrast auf dem Fußballplatz?
Pink hebt sich vom Grün des Rasens besonders stark ab – im TV, im Stadion, in Zeitlupen und auf Social Media. Für Sportmarken ist diese Sichtbarkeit ein zentrales Marketingargument.
Welche Spieler fallen auf, weil sie keine pinken Schuhe tragen?
Lionel Messi trägt Schuhe in argentinischen Landesfarben. Der Südkoreaner Hwang In-beom sorgte mit weißen Mizuno-Schuhen für Aufmerksamkeit – genau weil Pink so dominant ist.
Ist der Pinktrend bei der WM ein Novum?
Ja. Es ist das erste Mal in der WM-Geschichte, dass eine einzige Schuhfarbe so dominant ist und von mehreren führenden Marken gleichzeitig gepusht wird. Bei früheren Turnieren herrschte ein buntes Farb-Nebeneinander.