Nächste Hitzewelle Deutschland: Wann kommt sie im Juli 2026?

Last Updated on 2 Wochen ago by TodayWhy Editorial

Update, 28. Juli 2026: Die vierte Hitzewelle nimmt jetzt konkrete Formen an. Zuerst schwitzen Süden und Südwesten, ab Mittwoch zieht die Hitze in den Norden. Ein erster Höhepunkt wird für Donnerstag und Freitag erwartet, mit 32 bis 36 Grad in der Fläche und bis zu 38 Grad am Oberrhein. Zur Wochenmitte steigt zugleich die Unwettergefahr, weil feuchtere Luft nachrückt — der DWD warnt bereits vor Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Der Abschnitt „Wohin geht der Sommer jetzt?“ unten ist entsprechend aktualisiert.

Update, 23. Juli 2026: Die dritte Hitzewelle des Sommers ist vorbei. Die Wettermodelle richten den Blick nun auf eine mögliche vierte — mit einem Heatdome im August. Der neue Abschnitt „Wohin geht der Sommer jetzt?“ erklärt, was dahintersteckt.

Update, 21. Juli 2026: Die Verschnaufpause war kurz. Nach Gewittern und einem Temperatursturz am Wochenende bauen die Wettermodelle bereits die nächste – die dritte – Hitzewelle des Sommers auf. Ab der Wochenmitte drohen wieder Werte bis 38 Grad, regional sogar bis 39 Grad.

Update, 7. Juli 2026: Die neue Hitzewelle ist da – aber schwächer als zunächst befürchtet. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 5. Juli blieb sie deutlich hinter der historischen Junihitzewelle zurück.

Warum baut sich schon die dritte Hitzewelle auf?

Am Wochenende riss ein Störimpuls die Hochdruckzone über Europa auf. Ein Tief über Skandinavien brachte frische Luft bis an die Alpen. Statt 34 Grad im Südwesten waren es am Sonntag nur noch 20 bis 25 Grad, dazu Gewitter und Starkregen.

Doch die Pause hält nicht lange. Diplom-Meteorologe Dominik Jung rechnet für die letzte Juli-Dekade mit einem neuen Aufbau: Das Azorenhoch rückt nach und schaufelt heiße Luft aus Südwesteuropa nach Mitteleuropa. Von 22 bis 27 Grad am 22. Juli steigen die Werte bis zum 28. Juli auf 28 bis 35 Grad, regional werden sogar 39 Grad berechnet.

Quelle: Merkur, Wetter-Kolumne von Dominik Jung, 21. Juli 2026.

Auch Meteorologe Dominik Jung sieht im Gespräch mit t-online klare Anzeichen: „Die Signale für eine dritte Hitzewelle sind deutlich.“ Der Grund liegt in Südeuropa. Dort fallen gerade reihenweise Temperaturrekorde – auf Mallorca gab es die heißeste Nacht seit Messbeginn, auf Sardinien wurden am Sonntag 47 Grad erreicht. Sobald die Luftströmung von Süd auf Südwest dreht, wird diese Hitze nach Norden gedrückt.

Laut Jung verlagert sich das Hoch zur Wochenmitte in Richtung Skandinavien und positioniert sich zwischen Skandinavien und Deutschland. Für Deutschland bedeutet das: Der Hochsommer dreht wieder auf. Im Westen und Südwesten sind einzelne Wüstentage und tropische Nächte möglich – Tage mit mindestens 35 Grad und Nächte, die nicht unter 20 Grad fallen.

Bis zur Wochenmitte bleibt das Land geteilt: Im Süden und Südwesten wird es heiß, im Norden zunächst frisch und wechselhaft, mit Gewittermöglichkeit im Nordosten bis Mittwoch. In der zweiten Wochenhälfte vereinheitlicht sich die Lage – dann wird es überall wärmer. In den meisten Regionen sind 32 bis 36 Grad zu erwarten, im Südwesten örtlich bis 38 Grad. Meteorologe Karsten Brandt geht davon aus, dass die Temperaturen am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen, bevor sich für Montag und Dienstag der kommenden Woche bereits eine Kaltfront abzeichnet.

Quelle: t-online, 21. Juli 2026.

Warum ist noch eine weitere Hitzewelle in diesem Sommer so wahrscheinlich?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in diesem Sommer noch mindestens eine weitere extreme Hitzewelle erlebt, liegt laut Jung bei rund 85 Prozent. Das ist kein Bauchgefühl, sondern ergibt sich aus der Kombination dreier Faktoren: knochentrockene Böden, ein Juli, der schon jetzt 1,5 Grad über dem Klimamittel liegt, und ein Azorenhoch, das partout nicht abziehen will.

Ein Boden ohne Feuchtigkeit heizt sich auf wie eine Herdplatte. Dann braucht es nur noch die passende Strömung, damit sich die Hitze erneut aufbaut. Genau in diese Phase fallen auch die Hundstage, die traditionell vom 23. Juli bis zum 23. August laufen und als heißeste Zeit des Jahres gelten.

Wie lange die einzelnen Hitzephasen jeweils anhalten, lässt sich laut Jung kaum genau vorhersagen: „Prognosen jenseits von sieben bis zehn Tagen sind Trends, keine Punktlandungen.“

Warum die Entwarnung bei den Rekordwerten Anfang Juli?

Der DWD dämpfte am 5. Juli die Erwartungen an die zweite Hitzewelle: Eine erneute extreme Hitzewelle mit verbreitet neuen Rekordwerten, wie sie Ende Juni auftrat, galt damals als unwahrscheinlich. Stattdessen rechneten die Meteorologen vor allem im Südwesten mit einigen sehr heißen Tagen und Spitzenwerten um 35 Grad.

Damit hatte sich das europäische Wettermodell (ECMWF), das schon vor der Entwicklung eine Fortsetzung der Hitze ab dem 7. Juli berechnet hatte, im Kern bestätigt – allerdings mit schwächerer Intensität als in seinen extremsten Szenarien.

Wohin geht der Sommer jetzt? Die vierte Hitzewelle im August

Nach dem Ende der dritten Hitzewelle Mitte Juli hat sich Deutschland kurz abgekühlt — mit Gewittern, Starkregen und Temperaturen um 20 bis 25 Grad. Die Ruhe dürfte aber nicht lange anhalten.

Sowohl das europäische als auch das amerikanische Wettermodell sehen ab Ende Juli ein neues Hochdrucksystem über Mitteleuropa. Nach aktuellen Berechnungen positioniert es sich zum 28. Juli über Deutschland, Österreich und der Schweiz und lässt die Temperaturen zunächst auf 25 bis 33 Grad steigen.

Bis zum 5. August könnte sich daraus ein sogenannter Heatdome entwickeln — eine besonders stabile Hochdrucklage, unter der sich die Luft tagelang aufheizt, ohne dass Wolken oder kühlere Luftmassen eindringen können. Die Kontrollläufe der Wettermodelle rechnen dabei mit einer Temperaturabweichung von bis zu 9 Grad über dem langjährigen Mittel für Süddeutschland.

Das amerikanische Modell zeigt in seinem wärmsten Szenario sogar Werte von bis zu 45 Grad im Westen, Südwesten und Osten des Landes — was in die Nähe des deutschen Allzeitrekords rücken würde. Dieser liegt inzwischen bei 41,7 Grad, gemessen am 28. Juni 2026 in Neißemünde-Coschen (Brandenburg). Der Deutsche Wetterdienst hat den Wert nach abschließender Prüfung bestätigt.

Konkreter wird es zunächst schon vor dem großen Hitzeschub: Diplom-Meteorologe Dominik Jung beschreibt den Ablauf so, dass der Süden und Südwesten als Erste in die Hitze geraten, bevor sie ab Mittwoch auch den Norden erreicht. Ein erster Höhepunkt zeichnet sich für Donnerstag und Freitag ab — dann sind verbreitet 32 bis 36 Grad zu erwarten, am Oberrhein und im Südwesten um die 38 Grad. Die Luft bleibt zu Beginn noch vergleichsweise trocken, sodass die Nächte zunächst spürbar abkühlen.

Zur Wochenmitte ändert sich das: Feuchtere Luft strömt nach Deutschland, was laut Deutschem Wetterdienst die Unwettergefahr steigen lässt. Kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen sind möglich, zunächst eher im Nordwesten, später im Südosten. Besonders tückisch ist das in Kombination mit der anhaltenden Dürre: Starkregen auf knochentrockenen Böden läuft eher ab, als dass er einsickert. Genau das kann lokale Sturzfluten und vollgelaufene Keller begünstigen, ohne dass die Trockenheit dadurch tatsächlich gelindert wird.

Zur Einordnung, warum diese Hitzewellen überhaupt so ein Gesundheitsthema sind: Für die Rekordhitzewelle Ende Juni schätzt das Robert Koch-Institut rund 5.100 zusätzliche Todesfälle. Verglichen damit fällt der Start der vierten Hitzewelle zunächst moderater aus — die eigentliche Frage ist, ob sich daraus bis Anfang August erneut ein Hitzedom aufbaut, der die Werte nochmals über das Juni-Niveau treibt.

Wichtig für die Einordnung: Das 45-Grad-Szenario gilt unter Meteorologen als möglich, aber nicht als das wahrscheinlichste. Es zeigt vor allem, wie viel Potenzial in der aktuellen Wetterlage steckt. Eine verlässlichere Einschätzung ist erst in den letzten Julitagen möglich.

Verschärfend kommt die Trockenheit hinzu: Weite Teile Deutschlands haben in diesem Sommer bislang nur 28 bis 41 Prozent des üblichen Niederschlags erhalten. Bleibt nennenswerter Regen im August aus, dürfte sich die Dürre — sichtbar etwa am historischen Niedrigstand des Bodensees — weiter zuspitzen.

Warum es zwischen den Hitzewellen nur eine kurze Pause gibt

Der Grund liegt im sogenannten Azorenhoch — einem stabilen Hochdrucksystem über dem Atlantik, das den europäischen Sommer maßgeblich prägt. Zieht sich das Hoch kurzfristig zurück, rücken Tiefdrucksysteme nach und bringen Abkühlung und Gewitter. Doch das Azorenhoch gibt selten schnell auf: Wenige Tage nach jedem Rückzug positioniert es sich erneut über Mitteleuropa oder schiebt Nachfolgehochs nach — und mit ihm kehrt die nächste Hitzewelle zurück, statt dass sich eine dauerhaft kühlere Wetterlage etabliert.

Warum sich die Wettermodelle immer wieder uneinig sind

Bei jeder neuen Hitzephase in diesem Sommer liefen die wichtigsten Wettermodelle zunächst auseinander, bevor sich die Lage wenige Tage vorher klärte. Das europäische Modell (ECMWF) und das amerikanische Modell (GFS) bewerten vor allem, wie lange sich Hochdrucksysteme wie das Azorenhoch halten und wie stark Störimpulse aus dem Norden sie durchbrechen. Welches Szenario eintritt, lässt sich laut Meteorologen meist erst sieben bis zehn Tage im Voraus seriös einschätzen.

Warum solche Doppel- und Dreifach-Hitzewellen kein Zufall sind

Mehrere schwere Hitzewellen binnen weniger Wochen sind statistisch ungewöhnlich — passen aber in ein Muster, das wir bereits bei der Junihitzewelle ausführlich erklärt haben: Ein geschwächter, stärker mäandrierender Jetstream lässt Hochdrucksysteme wie das Azorenhoch länger an Ort und Stelle verharren, statt zügig weiterzuziehen. Genau dieses Muster — bekannt als Blockierung oder „Omega-Block“ — sorgt dafür, dass sich Wetterlagen in Mitteleuropa zunehmend festsetzen, ob bei Hitze oder bei Unwettern. Klimaforscher ordnen diese Häufung als Teil eines längerfristigen Trends ein, der mit der überdurchschnittlich schnellen Erwärmung Europas zusammenhängt.

Warum warnen manche Meteorologen vor den +45-Grad-Vorhersagen?

Nicht jeder Wetterexperte hält die extremsten Modellwerte für seriös. Meteorologe Jörg Kachelmann kritisierte auf der Plattform X öffentlich Wetter-Apps, die mit Werten von 46 bis 47 Grad für Ende Juli warben: „Wer dumme Wetter-Apps guckt, bekommt dumme Ergebnisse.“ Laut Kachelmann beruhen solche Zahlen oft auf einem einzelnen Lauf des amerikanischen GFS-Modells — nicht auf einer breit abgestützten Prognose, die mehrere Modell-Durchläufe berücksichtigt.

Auch Dominik Jung ordnet die höchsten Werte als Trendaussage ein, nicht als belastbare Vorhersage. Bemerkenswert findet er allerdings, dass solche Extremwerte inzwischen fast im Wochenrhythmus in den Modellen auftauchen — für ihn ein Alarmsignal, selbst wenn die konkrete Zahl unsicher bleibt. Ob sich tatsächlich ein Hitzedom über Mitteleuropa festsetzt, der die Juni-Rekorde übertrifft, entscheidet sich nach übereinstimmender Einschätzung beider Experten erst in den letzten Julitagen.

FAQ

Kommt jetzt schon die dritte Hitzewelle des Sommers?

Die Signale verdichten sich. Meteorologe Dominik Jung rechnet ab der Wochenmitte mit wieder steigenden Temperaturen, die sich bis zum 28. Juli auf Werte bis 38 oder regional 39 Grad aufbauen könnten.

Wie heiß wird es diesmal genau?

In den meisten Regionen Deutschlands werden 32 bis 36 Grad erwartet, im Südwesten örtlich bis 38 Grad. Einzelne Modellläufe rechnen regional sogar mit bis zu 39 Grad zum Ende der letzten Juli-Dekade.

Wie lange dauert die aktuelle Abkühlung?

Nach dem Temperatursturz am Wochenende bleibt es die kommende Woche normal bis leicht zu kühl. Ab der Wochenmitte zieht die Hitze aus Südeuropa dann wieder Richtung Deutschland.

Wie wahrscheinlich ist noch eine weitere extreme Hitzewelle in diesem Sommer?

Laut Dominik Jung liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 85 Prozent. Trockene Böden, ein zu warmer Juli und ein hartnäckiges Azorenhoch begünstigen das.

Könnte die nächste Hitzewelle einen neuen Allzeitrekord bringen?

Einige Modellläufe halten das für möglich. Der deutsche Allzeitrekord liegt bei 41,2 Grad (Juli 2019), der Juni-Rekord 2026 wurde mit 41,8 Grad bereits überboten. Beide Marken bleiben bei anhaltender Hitzewetterlage im Blick.

Warum gibt es 2026 schon die zweite oder dritte schwere Hitzewelle?

Ein geschwächter Jetstream lässt Hochdrucksysteme wie das Azorenhoch länger über Mitteleuropa verharren. Mehr dazu in unserem Artikel zur Junihitzewelle und dem Omega-Block.

Was sind die Hundstage und was haben sie damit zu tun?

Die Hundstage laufen traditionell vom 23. Juli bis zum 23. August und gelten als heißeste Zeit des Jahres. Der erneute Hitzeaufbau Ende Juli fällt damit genau in diese Phase.

Bleibt es diesmal länger heiß als bei der zweiten Hitzewelle?

Das ist noch unsicher. Für Anfang der Folgewoche zeichnet sich bereits eine Kaltfront ab, die der Hitze ein vorläufiges Ende setzen könnte. Verlässliche Prognosen sind laut Meteorologen erst sieben bis zehn Tage im Voraus möglich.

Kommt im August eine vierte Hitzewelle nach Deutschland?

Die Wettermodelle sehen dafür ein hohes Potenzial. Ab dem 28. Juli soll sich erneut Hochdruck über Mitteleuropa durchsetzen, der sich bis Anfang August zu einem stabilen Heatdome ausweiten könnte.

Werden im August neue Temperaturrekorde erwartet?

Möglich, aber nicht das wahrscheinlichste Szenario. Im Extremfall rechnet das amerikanische Wettermodell mit bis zu 45 Grad. Der deutsche Allzeitrekord liegt aktuell bei 41,7 Grad, aufgestellt am 28. Juni 2026 in Neißemünde-Coschen.

Wie zuverlässig sind die +45-Grad-Vorhersagen für August?

Mit Vorsicht zu genießen. Extremwerte wie 45 bis 47 Grad stammen meist aus einzelnen Läufen des amerikanischen GFS-Modells und gelten unter Meteorologen wie Jörg Kachelmann als unseriös, wenn sie nicht durch mehrere Modell-Durchläufe gestützt werden. Realistischer ist ein Korridor von 33 bis 36 Grad in der Fläche, mit einzelnen höheren Werten im Südwesten.

Schreibe einen Kommentar